Milliardenklage gegen Deutsche Bank in USA eingereicht

Der Deutsche Bank droht möglicherweise neuer Ärger in den USA. Jüdische Wohlfahrtsorganisationen haben das Geldhaus und Tochterunternehmen vor einem US-Gericht in Florida verklagt, weil sie das Erbe der Frankfurter Unternehmerfamilie Wertheim beanspruchen. In der am Mittwoch eingereichten Klageschrift, über die zuerst das "Manager Magazin" berichtet hatte, wird die Rückerstattung von 3,0 Milliarden Dollar (2,8 Mrd Euro) gefordert. Es ist aber noch offen, ob das Gericht die Klage zulässt.
19.01.2017 15:12

Die Kläger beschuldigen die Bank, Erben den Zugriff auf den Wertheim-Nachlass zu verweigern. Der Fall ist allerdings sehr komplex. Ein Deutsche-Bank-Sprecher erklärte am Donnerstag auf Anfrage, das Institut habe sich intensiv mit den Vorwürfen auseinandergesetzt und halte sie für unbegründet. Alle bisher in den USA geführten Verfahren seien zugunsten der Bank entschieden worden.

Nach Informationen des "Manager Magazins" übertrug der letzte Erbe der jüdischen Unternehmerfamilie Wertheim das Vermögen 1990 an ein befreundetes Ehepaar. Das Paar habe den Anspruch 2012 an einen deutschen Geschäftsmann abgetreten. Dieser behaupte, ein Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank in Spanien habe sich Anfang der 1990er-Jahre als Wertheim-Treuhänder ausgegeben und das Vermögen zur Deutschen Bank nach Genf transferiert, von wo aus sich die Spur verliere. Anhand älterer Notizen taxiere er den Wert des Vermögens auf heute rund drei Milliarden Dollar.

Kläger sind dem Bericht zufolge jüdische Wohlfahrtsorganisationen, denen der Geschäftsmann einen Teil des Erbanspruchs abgetreten habe./mar/hbr/DP/stw

(AWP)