Molecular Partners rutscht wegen höherer Forschungskosten im Q3 ins Minus

(Meldung um weitere Details ergänzt)
27.10.2016 08:39

Schlieren (awp) - Das Biotechnologie-Unternehmen Molecular Partners hat seine diversen Pipeline-Projekte im dritten Quartal weiter vorangetrieben, was zu höheren Kosten im dritten Quartal geführt hat. Diese wiederum haben sich auf Ergebnis-Seite bemerkbar gemacht, wie das Minus unter dem Strich zeigt. Insgesamt sieht sich das Unternehmen aber auf Kurs, seine eigenen Ziele umzusetzen.

Für die Monate Juli bis September weist Molecular Partners in seiner Medienmitteilung vom Donnerstag einen Gesamtertrag in Höhe von 5,7 Mio CHF aus. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Minus von etwas mehr als 40%. Allerdings seien die Vorjahresahlen durch eine Meilensteinzahlung in Höhe von 15 Mio CHF positiv verzerrt gewesen.

STEIGENDE KOSTEN SPIEGELN GRÖSSERE PIPELINE

Dem Ertrag stehen Kosten für Forschung und Entwicklung in Höhe von 8,7 Mio gegenüber, nach 5,9 Mio CHF im Vorjahreszeitraum. Die administrativen Aufwendungen beliefen sich auf 1,6 nach 1,8 Mio CHF.

Daraus ergibt sich ein betrieblicher Verlust in Höhe von 4,6 Mio, nach einem Gewinn von 2,2 Mio im Vorjahr. Unter dem Strich blieb ein Verlust von 5,1 Mio CHF übrig, verglichen mit einem Gewinn von 5,5 Mio im Vorjahr. Die Barmittelabflüsse lagen im Berichtszeitraum bei 10 Mio CHF. Sie reflektierten die steigenden Forschungsaktivitäten und die grösser werdende Pipeline.

Der Grund für die gestiegenen Kosten sind vor allem die diversen Pipeline-Projekte, die Molecular Partners zuletzt weiter vorangetrieben hat. Mit Blick auf den Produktkandidaten MP0250 verweist das Unternehmen in der Mitteilung auf seine Präsentation am diesjährigen Onkologie-Kongress ESMO in Kopenhagen von Anfang Oktober. Dort habe Molecular Partners sehr ermutigende Daten aus einer Phase-I-Studie präsentiert.

PHASE-II-STUDIEN GEPLANT

Für das kommende Jahr seien zwei Phase-II-Studien im Bereich Onkologie mit dem Produktkandidaten geplant. In der ersten solle MP0250 in Kombination mit Bortezomib (Velcade) und Dexamethason bei Patienten mit dem Blutkrebs multiples Myelom getestet werden. Die ersten Anträge für diese Studie sollen noch im vierten Quartal 2016 eingereicht werden. Erste Sicherheitsdaten seien dann für 2017 und Ergebnisse zur Wirksamkeit im Jahr darauf erwartet.

In der zweiten Phase-II-Studie sollen Patienten mit soliden Tumoren mit dem Produktkandidaten behandelt werden. Details über die Studie sollen im ersten Halbjahr 2017 veröffentlicht werden, teilt das Unternehmen weiter mit.

Für eine erste Phase-I-Studie mit dem Produktkandidaten MP0274 wiederum werde Molecular Partners erste regulatorische Anträge im Verlauf des ersten Quartals 2017 einreichen. Dieser Kandidat soll in der Behandlung von HER2-positiven soliden Tumoren getestet werden.

Über die Zusammenarbeit mit dem Partner Allergan hebt Molecular Partners noch hervor, dass die jüngsten Daten einer Phase-II-Studie mit dem Produktkandidaten Abicipar kürzlich an der AAO-Konferenz (American Academy of Ophthalmology) in Chicago präsentiert wurden. Der Produktkandidat wurde in der Behandlung des diabetischen Makulaödems (DME) in der Phase-II-Studie PALM getestet und hat dabei seine Endpunkte erreicht. Die Daten unterstützen eine Überleitung in eine Phase-III-Studie.

Zudem ist der Partner Allergan derzeit dabei, Patienten für eine Phase-III-Studie aufzunehmen, in der Abicipar in der Behandlung altersbedingter Makuladegeneration (feuchte AMD) eingesetzt werden soll. Die Patienten-Rekrutierung laufe gut und Resultate seien 2018 zu erwarten.

AUSBLICK BESTÄTIGT

Für das Gesamtjahr bestätigt Molecular Partners in der Meldung von diesem Donnerstag früher gemachte Aussagen zu den erwarteten Kosten im laufenden Jahr. Diese dürfte bei etwa 50 Mio CHF liegen. Angaben zum erwarteten Barmittelabfluss macht das Unternehmem dagegen nicht.

hr/rw

(AWP)