Molecular Partners-Zahlen durch Forschungsprojekte geprägt - Wichtige Daten 2018

(Zusammenfassung) - Für den acting CEO von Molecular Partners, Patrick Amstutz, wird 2017 das Jahr der Umsetzung, bevor dann im kommenden Jahr erste wichtige Daten zu einzelnen Forschungsprojekten vorliegen werden. Dagegen sei das vergangene Geschäftsjahr durch die Vorbereitungen auf die in diesem Jahr anstehenden Studien geprägt gewesen, sagt der Manager im Gespräch mit AWP.
09.02.2017 11:35

So hat Molecular Partners 2016 einen Gesamtertrag von 23,0 Mio CHF erzeilt, was einem Rückgang von ca. 21% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auf Kostenseite meldet das Biotechunternehmen für das vergangene Jahr einen Anstieg um etwa ein Drittel auf insgesamt 42,5 Mio. Dabei stiegen insbesondere die Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich an auf 35,2 Mio CHF nach 25,0 Mio im Geschäftsjahr 2015.

VERLUST DEUTLICH AUSGEWEITET

Damit ergibt sich unter dem Strich ein Verlust von 18,6 Mio CHF nach -0,1 Mio im Jahr 2015. Erzielte Molecular Partners 2015 noch einen positiven betrieblichen Cash Flow, meldet es für das abgelaufene Jahr einen Abfluss von 35,4 Mio CHF. Die liquiden Mittel werden per Stichtag mit 180,2 Mio CHF ausgewiesen, verglichen mit 196,3 Mio per Juni 2016 und 215,4 Mio Ende 2015.

Die Kosten werden auch im laufenden Jahr erneut auf 50 bis 60 Mio CHF veranschlagt, allerdings mit dem Zusatz, dass diese Prognose abhängig sei von der Fortschritten, die man bei den einzelnen Pipeline-Projekten erziele. Immerhin stehen für 2017 zwei Phase-II und eine Phase-I-Studie auf der Agenda.

2017 JAHR DER AUSFÜHRUNG - ERNTE DANN 2018

"Für Molecular Partners wird 2017 ein Jahr der Ausführung, bevor wir im kommenden Jahr dann anhand der ersten Wirksamkeitsdaten sehen, ob sich unsere Anstrengungen gelohnt haben", fasst der Manager seinen Fahrplan gegenüber AWP zusammen. "Man könnte sagen, dass wir uns 2017 für die Zielgerade vorbereiten."

In den beiden Phase-II-Studien wird der Produktkandidat MP0250 gestetet. In der ersten soll er in Kombination mit dem gängigen Behandlungsstandard zur Behandlung des Multiplen Myeloms eingesetzt werden. Der Antrag für die Phase-II-Studie wurde von den deutschen Gesundheitsbehörden bereits zugelassen. "Wir warten jetzt noch auf die Entscheidungen der Behörden in Polen und Italien", so Amstutz.

"Da es sich hierbei um eine Kombinations-Therapie handelt, müssen wir zunächst in Bezug auf die Dosierungen ein Sicherheitsprofil erstellen, was bis etwa Ende 2017 dauern sollte." Ab 2018 sei dann mit ersten Daten zur Wirksamkeit zu rechnen.

Eine zweite Phase-II-Studie mit dem Produktkandidaten ist für die erste Hälfte 2017 geplant. "In ihr soll MP0250 zur Behandlung solider Tumore getestet werden, die genaue Indikation werden wir im Laufe des ersten Halbjahres mitteilen", kündigt Amstutz weiter an.

FINANZIELL GUT AUFGESTELLT

"Deutlich fokussierter wiederum ist die Phase-I-Studie, die wir mit MP0274 starten wollen". Die Zulassungsanträge für die Studie seien bei den Behörden bereits eingereicht. MP0274 ist gezielt auf die Behandlung von HER2-positiven Brustkrebs ausgerichtet.

Jede einzelne Studie für sich ist laut Amstutz mit einem hohen Risiko behaftet. Er gehe aber davon aus, dass mindestens eine der Studien die erhoffte Wirksamkeit zeigen werde.

Für die dann notwendigen gross angelegten Studien werde man sich voraussichtlich einen Partner holen müssen. "Bis das aber soweit ist, sind wir finanziell mit unsere Beständen an liquiden Mitteln gut aufgestellt," betont er.

Bleibt noch die Zusammenarbeit mit dem Partner Allergan an dem Produktkandidaten Abicipar. Diese laufe nach Plan. Die Patientenrekrutierung für die Phase-III-Studie gegen feuchte AMD (Makuladegeneration) laufe und zudem habe Allergan mitgeteilt, im Laufe des zweiten Halbjahres 2017 eine Phase-III-Studie in der Indikation des Diabetes-bedingten Macularen Ödems zu starten.

An der Börse richtet sich der Fokus auf die Zukunftsstrategie, wie das Kursplus von 0,8% zeigt. Damit schlagen sich die Aktien gegen 10.55 Uhr besser als der SPI, der 0,36% hinzugewinnt.

hr/dm

(AWP)