Monsanto droht wegen Sojasaatgut Ärger in Brasilien

Dem US-Saatgutriesen Monsanto droht Ärger in Brasilien. Die Sojabauern-Vereinigung Aprosoja, die dem Konzern Unregelmässigkeiten bei genetisch verändertem Soja-Saatgut vorwirft, beantragte bei Gericht die Aberkennung des Patents.
09.11.2017 16:48

Die Landwirte seien durchaus bereit, für geistiges Eigentum Geld zu bezahlen, aber nicht für unzureichende Technologien, sagte der Vorsitzende Endrigo Dalcin. Brasilien ist nach den USA der zweitwichtigste Markt für Monsanto, das für 63,5 Milliarden Dollar von Bayer übernommen wird.

Etwa 53 Prozent der Sojaanbaufläche im Bundesstaat Mato Grosso basiert Aprosoja zufolge derzeit auf der Technologie Intacta RR2 PRO. Bereits wegen des Vorgängers Roundup Ready war Monsanto in Brasilien in die Kritik geraten.

Aprosoja warf dem Konzern vor, Gebühren für Patente erhoben zu haben, die bereits seit zwei Jahren abgelaufen waren. Einige Sojabauern akzeptierten daraufhin Rabatte für die neuere Technologie Intacta. Wegen dieser Abmachung steht Monsanto bei den Behörden unter Beobachtung.

Mittels Gentechnik soll Saatgut widerstandsfähiger gemacht werden und beispielsweise Dürren überstehen. Auch soll es gegenüber Unkrautvernichtungsmitteln wie Glyphosat resistent sein. Das umstrittene Glyphosat stammt auch von Monsanto. In der EU wird derzeit über eine Zulassungsverlängerung um fünf Jahre gestritten.

(AWP)