Münchner Laser-Start-up Mynaric will in die Stratosphäre

Ein kleines Start-up-Unternehmen aus einem Münchner Vorort will mit seiner Laser-Technologie die Datenübertragung in der Stratosphäre revolutionieren. Die Mynaric AG hofft auf einen erfolgreichen Börsengang, um an das notwendige Kapital für die Durchsetzung der neuen Technologie zu kommen. Laser lasse mit mindestens 10 Gigabit pro Sekunde sehr viel höhere Übertragungsgeschwindigkeiten zu als Funk, sagte Vorstandschef Wolfram Peschko am Montag zum Start der Zeichnungsfrist. Der Börsengang soll zwischen 22 und 27 Millionen Euro bringen, die Erstnotierung in Frankfurt ist für den 30. Oktober geplant.
16.10.2017 12:16

Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die weltweiten Datenmengen sich jährlich in etwa verdoppeln und die bisherige Infrastruktur für die Datenübertragung daher bald an ihre Grenzen stossen wird. Laser ist nach den Worten des Mynaric-Chefs nicht nur schnell, sondern auch billiger als Glasfaserkabel in der Erde. "Weil sich das in der Stratosphäre abspielt und grosse Entfernungen überwunden werden, können Sie die Kosten pro Megabyte deutlich günstiger darstellen", sagte Peschko. Datenübertragung per Laser sei aber auch von Flugzeug zu Flugzeug oder mit Hilfe von Ballons möglich.

Die Technologie ist kein Zukunftsprojekt, sondern existiert bereits. Entwickelt wurde das Verfahren am Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München. In der Nachbargemeinde Gilching hat sich das 2009 gegründete Unternehmen angesiedelt. Peschko will das Geld aus dem Börsengang zu 40 Prozent in den Aufbau der Infrastruktur investieren, der Rest soll in die Weiterentwicklung der Technologie und die Gründung internationaler Tochtergesellschaften fliessen. An der Datenübertragung in grosser Höhe forschen auch der US-Konzern Google und andere High-Tech Unternehmen./cho/DP/men

(AWP)