Munich Re erwartet Brexit-Schaden für britische Konjunktur

Der weltgrösste Rückversicherer Munich Re erwartet in den nächsten zwei Jahren einen deutlich spürbaren Brexit-Schaden für die britische Konjunktur. Das Wirtschaftswachstum dürfte sich 2017 auf 1,6 Prozent und 2018 auf 1,3 Prozent verlangsamen, sagte der Chef-Volkswirt des Rückversicherers, Michael Menhart, am Mittwoch. "Der Brexit wird die britische Wirtschaft langfristig belasten, und zwar stärker als die verbleibenden EU-Länder."
29.03.2017 14:39

2016 lag das Wirtschaftswachstum in Grossbritannien noch bei 1,8 Prozent. Schon während der Verhandlungsperiode werde die Aussicht auf einen "Hard Brexit", mit Verlust des Zugangs zum europäischen Binnenmarkt, sehr wahrscheinlich die Investitionen in Grossbritannien bremsen und zu ersten Standortverlagerungen in die EU führen, sagte Menhart.

Sofern die Austrittsverhandlungen misslingen sollten und Grossbritannien keine Einigung mit der EU über die künftigen Wirtschaftsbeziehungen erzielen kann, sieht Menhart für die Zukunft noch grössere Auswirkungen. "Dann gälten die Regeln der Welthandelsorganisation mit Zöllen und anderen Handelsbeschränkungen. Folge davon wären ganz erhebliche Wachstumseinbussen für die britische Wirtschaft."/cho/DP/tos

(AWP)