Munich Re sieht sich vor Chefwechsel auf Kurs zu Gewinnziel

Der scheidende Munich-Re-Chef Nikolaus von Bomhard zweifelt trotz Katastrophen im ersten Quartal nicht am angepeilten Jahresgewinn. Nach einer ersten Einschätzung liege der Konzern erfreulicherweise gut auf Kurs, sein Gewinnziel von 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro zu erreichen, sagte der Manager laut Redetext vor seinem Abschied von der Konzernspitze bei der Hauptversammlung am Mittwoch in München. Am Donnerstag übernimmt Vorstandsmitglied Joachim Wenning die Konzernführung. Bomhard geht nach gut 13 Jahren als Vorstandschef des Dax-Konzerns in den Ruhestand.
26.04.2017 10:35

Dass der Gewinn 2017 weiter sinken dürfte, hatte der Manager bereits bei der Bilanzvorlage für 2016 im März angekündigt. Schon 2016 hatte der Konzern mit 2,6 Milliarden Euro rund eine halbe Milliarde weniger verdient als im Vorjahr. "Mittelfristig sind unsere Aussichten auf wieder steigende Gewinne gut", sagte von Bomhard. So habe sich der Preisrückgang im Rückversicherungsgeschäft stark verlangsamt, und bei den Zinsen gebe es zumindest in den USA einen Silberstreif am Horizont. Für 2016 sollen die Aktionäre einer von 8,25 auf 8,60 Euro erhöhten Dividende zustimmen.

Zwei Punkte der Tagesordnung könnten hingegen strittig werden. So gibt es Kritik von Aktionärsberatern an der Transparenz bei den Vergütungsregeln des Vorstands, über die die Munich Re ihre Anteilseigner im Gegensatz zu anderen Konzernen abstimmen lässt. In der Kritik steht ausserdem die vorsorgliche Ermächtigung des Vorstands für eine denkbare Kapitalerhöhung, die wie bisher knapp die Hälfte des Grundkapitals umfassen könnte. Das Management will sich daher verpflichten, die Vollmacht nur für eine Erhöhung um höchstens 33 Prozent einzusetzen./stw/stb

(AWP)