Munich Re-Tochter Ergo bündelt Online-Aktivitäten - Abbau bei Ergo Direkt

Der Versicherungskonzern Ergo will künftig bei seiner Tochter Ergo Direkt in Nürnberg seinen bundesweiten Online-Aktivitäten bündeln. Der Standort mit rund 1700 Mitarbeitern solle in den kommenden beiden Jahren zu einem "Kompetenz-Zentrum Online" umgebaut werden, teilte ein Ergo-Sprecher am Donnerstag mit. Ergo Direkt war einst aus der KarstadtQuelle-Versicherung hervorgegangen.
16.02.2017 12:37

Verbunden seien mit dem Umbau allerdings Einschnitte im Vertrieb: Der bisher bei Ergo Direkt angesiedelte Verkauf von Lebens- und Unfallversicherungen entfalle fortan. Unter dem Strich sind damit 50 Stellen betroffen, erläuterte ein Ergo-Sprecher. Zuvor hatte "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstag) darüber berichtet.

Der Ergo-Konzern reagiere damit auf die zunehmende Aufweichung der Grenzen zwischen traditionell und online vermittelten Versicherungen, erläuterte der Sprecher. "Die Entwicklung geht zum hybriden Kunden, der sich heute im Netz und morgen telefonisch informiert, und auch mal bei einem Versicherungsvertreter Rat sucht." Hinzukomme, dass viele Verbraucher Ergo und Ergo Direkt oft als ein und denselben Anbieter wahrnähmen.

Die Mitarbeiter im künftigen Online-Kompetenzzentrum als einem von drei neu aufgebauten Ergo-Direkt-Fachbereichen sollen künftig bundesweit alle Online-Kunden betreuen - ganz gleich, ob sie einen Vertrag mit Ergo oder Ergo Direkt haben. Befürchtungen, dies könnte zum weiteren Abbau von Arbeitsplätzen in Nürnberg führen, widersprach der Sprecher: "In Nürnberg haben wir künftig extrem zukunftsfähige Arbeitsplätze."

Der Umbau bei Ergo Direkt ist Teil der Neuausrichtung des Düsseldorfer Ergo-Konzerns. Die Tochter von Munich Re soll bis zum Jahr 2020 für die digitale Zukunft fit gemacht werden. So soll unter anderem der Vertrieb mit Zusammenlegungen und dem Rückzug aus 18 dezentralen Standorten deutlich gestrafft werden. Gestrichen werden sollen 1800 Stellen; der Personalabbau soll aber sozialverträglich gestaltet werden. Die 50 Jobs in Nürnberg seien darin nicht enthalten./kts/DP/fbr

(AWP)