Nach Flugstreichungen: Ryanair-Piloten sollen Urlaub aufschieben

Ryanair -Piloten sollen ihren Urlaub teilweise aufs kommende Jahr verschieben, um weitere Flugstreichungen zu verhindern. Das sagte der Chef der irischen Billig-Airline Michael O'Leary am Donnerstag bei der Aktionärsversammlung in Dublin. Gleichzeitig kündigte er laut dem Nachrichtensender "SkyNews" an, dass die Fluggesellschaft in den kommenden zwei Wochen 125 zusätzliche Piloten einstellen werde.
21.09.2017 13:02

Ryanair hatte angekündigt, täglich bis zu 50 ihrer mehr als 2500 Flüge zu streichen. Bis Ende Oktober wären das insgesamt rund 2000 Verbindungen. Offizielle Begründung: Man wolle die eigene Pünktlichkeit verbessern und müsse Urlaubsansprüche der Crews berücksichtigen. Ryanair geriet damit heftig in die Kritik.

Bis Ende der Woche sollten mehr als 95 Prozent der betroffenen Kunden umgebucht sein, kündigte O'Leary nun am Donnerstag an. Die gesetzlich vorgesehenen Entschädigungen für die Betroffenen wolle Ryanair gewähren, ohne mit den Kunden herumzustreiten. Auf die Ticket-Vorausbuchungen habe der Wirbel aber bisher keinen Einfluss.

O'Leary entschuldigte sich für das "Chaos", das die Airline nach eigenen Angaben etwa 25 Millionen Euro kostet. Schuld seien "schwere Managementfehler" bei der Urlaubsplanung für die Besatzungen. Zudem verfüge Ryanair über zu wenige Reservepiloten.

Ryanair hatte angekündigt, Piloten mit einem "Loyalitätsbonus" bei der Stange halten zu wollen. Medienberichten zufolge lehnt das aber eine grosse Zahl von Ryanair-Piloten ab. Ein entsprechender Brief kursierte in sozialen Medien. Demzufolge fordern die Piloten, dass Ryanair grundsätzliche Änderungen an ihren Arbeitsbedingungen vornimmt.

Keinen Zweifel liess der O'Leary an seiner Gewinnprognose. Im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März 2018 will Ryanair den Gewinn auf 1,4 bis 1,45 Milliarden Euro steigern./stw/DP/men

(AWP)