Nach Lockerungen gründen Schweizer im Juni wieder mehr Firmen

Die Firmengründungen in der Schweiz haben im Juni nach den Lockerungen der Coronamassnahmen wieder stark zugenommen. Nachdem die Gründungszahlen in den Monaten März, April und Mai merklich zurückgegangen waren, scheinen die Gründer nun wieder Mut zu fassen.
01.07.2020 08:59

Gemäss einer am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des IFJ Instituts für Jungunternehmen wurden im Juni schweizweit 4'445 neue Firmen gegründet. Das entspreche einer Zunahme um 24 Prozent gegenüber Juni 2019 und zeige, dass die Gründerinnen und Gründer optimistisch in die Zukunft blickten, schrieben die Studienautoren. Im zweiten Halbjahr könne deshalb mit einem weiteren Anstieg der Neugründungen gerechnet werden.

Vor der Coronakrise war der Februar 2020 noch als gründungsstärkster Monat seit Existenz des schweizerischen Handelsregisters in die Geschichte eingegangen. Die Massnahmen des Bundesrates zur Bekämpfung der Pandemie, die ab Mitte März in Kraft traten, hatten dann allerdings einen Einbruch bei den Neugründungen zur Folge. Zwischen März und Mai wurden gemäss IFJ durchschnittlich 15 Prozent weniger Firmen gegründet als im selben Zeitraum des letzten Jahres.

Grosse kantonale Unterschiede

Trotz der grossen Zunahme von Firmengründungen im Juni liegt die Anzahl der Gründungen im gesamten ersten Semester etwas unter dem Vorjahr. Gemäss der Mitteilung von IFJ sowie einer ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten Studie von Startups.ch wurden im ersten Semester knapp 22'000 Firmen gegründet, was je nach Erhebung einem Rückgang um 3 bis 4 Prozent gegenüber 2019 entspricht.

Gemäss Startups.ch sind die Westschweiz und das Tessin stärker von Rückgängen betroffen, während in der Deutschschweiz etwa gleich viele Firmen gegründet wurden wie im ersten Halbjahr 2019.

Kantonal betrachtet sind die Rückgänge laut IFJ in Schaffhausen, in dem rund ein Viertel weniger Firmen gegründet wurden, und im Tessin mit einen Rückgang um über ein Fünftel am stärksten. Auch im Kanton Waadt liegt der Rückgang mit 11 Prozent im zweistelligen Bereich.

Die stärkste Zunahme gibt es im Kanton Obwalden. Dort wurden im ersten Halbjahr rund ein Viertel mehr Firmen gegründet als letztes Jahr. Auch in den Kantonen Appenzell Innerrhoden und Basel Stadt ist die prozentuale Zunahme der Firmengründungen mit knapp 18 und knapp 11 Prozent hoch.

tv/jb

(AWP)