Nach Scheitern der Fusion: Deutsche Börse kommt gut allein klar

Die Deutsche Börse ist trotz der geplatzten Fusion mit der Londoner Börse gut ins Jahr gestartet. Die Erlöse im ersten Quartal stiegen leicht, der Gewinn wegen eines Beteiligungsverkaufs sogar deutlich. Die Aktionäre dürfen sich nun auf einen Geldsegen in Form eines Aktienrückkaufs freuen. Das trieb die Aktie am Donnerstag auf den höchsten Stand seit dem Jahr 2008.
27.04.2017 13:58

Die Nettoerlöse legten im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2 Prozent auf 623 Millionen Euro zu, wie der Dax -Konzern am Mittwochabend in Eschborn bei Frankfurt mitteilte. Hierzu hätten insbesondere die Entwicklung der Abwicklungs- und Verwahrsparte Clearstream sowie das Wachstum bei Zinspapieren an der Terminbörse Eurex beigetragen. Damit habe man die Schwäche unter anderem im Aktiengeschäft mehr als ausgleichen können, hiess es.

Als Gewinn blieben unterm Strich 280,1 Millionen Euro - 41 Prozent mehr als vor einem Jahr. Dieser Sprung gelang vor allem durch den Verkauf der restlichen Beteiligung an der US-Handelsplattform Bats Global Markets. Umgekehrt fielen weitere Kosten durch die letztlich geplatzte Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) an.

Die Deutsche und die Londoner Börse hatten eigentlich den grössten europäischen Börsenbetreiber schmieden wollen. Die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, verkomplizierte das Unterfangen jedoch. So war zuletzt der Sitz der gemeinsamen Holding strittig. Letztlich scheiterte die Fusion am Nein der EU-Wettbewerbshüter, nachdem die LSE eine Auflage nicht erfüllen wollte.

Die Deutsche Börse spendiert ihren Anteilseignern nun einen Aktienrückkauf, was üblicherweise den Kurs treibt. Im zweiten Halbjahr soll ein Programm im Volumen von rund 200 Millionen Euro aufgelegt werden. Zudem versprach der Konzern für das laufende und kommende Jahr weiterhin ein Gewinnplus von 10 bis 15 Prozent.

Die Resultate des ersten Quartals sowie die Bestätigung des Jahresausblicks hinterliessen einen guten Eindruck, schrieb Analyst Peter Lenardos von der kanadischen Investmentbank RBC Capital. Zudem stimme der angekündigte Aktienrückkauf - wenngleich er eher klein sei - positiv. Am Vormittag stieg die Aktie um annähernd 4 Prozent und lag damit mit an der Spitze im deutschen Leitindex Dax./das/DP/tos

(AWP)