Nestlé-Aktien etwas unter Druck - Neues Margenziel nicht sehr ambitiös

Die Nestlé-Aktien stehen am Dienstagvormittag in einem schwächeren Gesamtmarkt etwas unter Druck. Das von der Konzernleitung im Vorfeld des am Berichtstag stattfindenden Investorentreffens formulierte Ziel für die operative Gewinnmarge fällt ersten Analystenkommentaren zufolge nicht sehr ambitiös aus.
26.09.2017 10:28

Die Nestlé-Valoren büssen gegen 10 Uhr noch 0,1% auf 81,05 CHF ein. Bislang zeigte sich die Aktie relativ volatil. Gestartet war sie mit 1% im Plus auf 81,90 CHF, zwischenzeitlich notierte sie bei 80,60 CHF im roten Bereich. Der Leitindex SMI notiert derweil 0,20% tiefer.

Zu Reden gibt vor allem das vom Konzern formulierte operative Margenziel von 17,5% bis 18,5% bis zum Jahr 2020. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2017 lag die entsprechende Marge bei 15,0%. Nestlé habe sich allerdings, wie in der Branche üblich, ein Margenziel vor Restrukturierungskosten auf die Fahnen geschrieben, merken die Analysten von Morgan Stanley an. Der "Startpunkt" liege daher bei 16%, womit das Ziel weniger ambitiös sei, als es auf den ersten Blick erscheine.

Der Druck auf die Konzernleitung bezüglich eines konkreten Margenziels sei im Vorfeld hoch gewesen, heisst es bei der Bank Vontobel. Dieses sei jedoch nicht beeindruckend, heisst es mit Verweis auf das Margenziel des Konkurrenten Unilever (20%). Man habe das neue Ziel von Nestlé ohnehin bereits in den eigenen Schätzungen berücksichtigt, lautet es bei RBC. Konkret wird mit einer Marge von 17,6% in 2020 vor Restrukturierungskosten gerechnet.

Moniert wird unter den Experten zugleich, dass Angaben fehlen, wie dieses Ziel erreicht werden soll. Nestlé bleibe in der Mitteilung noch ziemlich unkonkret. Details werden an der Investorenveranstaltung erwartet, die seit 9.30 Uhr läuft.

"Wir erachten das neue Margenziel jedoch als vernünftig, da es Spielraum lässt für Investitionen in die Zukunft und um das unveränderte Ziel eines mittleren einstelligen Umsatzwachstums 2020 zu erreichen", heisst es im Kommentar der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Kommentiert wird auch das Update zu dem geplanten Aktienrückkaufprogramm, welches neu gleichmässig auf drei Jahre verteilt werden soll. Ursprünglich sollte das Gewicht stärker auf die Jahre 2019 und 2020 gelegt werden. Für den Experten der ZKB ist dies ein Indiz dafür, dass grössere Akquisitionen nicht kurz bevorstehen. Aus Sicht der Deutschen Bank biete dies Spielraum für 2 bis 3% höhere Gewinnschätzungen (je Aktie).

Die Nestlé-Papiere haben sich im bisherigen Lauf mehr oder weniger im Rahmen des Gesamtmarktes entwickelt und bislang konkret um rund 11% zugelegt. Seit Ende Juni bröckelten die Gewinne allerdings ab. Damals hatte der Einstieg des Investors Daniel Loeb den Titel bis auf 86,00 CHF steigen lassen - ein Allzeithoch.

cp/ra

(AWP)