Nestlé-Aktien legen leicht überdurchschnittlich zu - Neuer CEO vom extern

Zürich (awp) - Die Aktien von Nestlé sind mit leicht überdurchschnittlichen Kursgewinnen in die Sitzung vom Dienstag gegangen. Die gestrige Ankündigung, dass per Anfang 2017 ein neuer Konzernchef von ausserhalb des Konzerns die Geschicke des weltgrössten Nahrungsmittel-Herstellers leiten wird, hat die meisten Beobachter überrascht. Der Schritt wird in erste Kommentaren von Analysten allerdings mehrheitlich positiv aufgenommen.
28.06.2016 09:27

Die Nestlé-Aktie legen um 09.15 Uhr bei relativ hohen Volumen um 2,1% auf 72,60 CHF zu (Tageshoch 72,80) der Gesamtmarkt (SMI) gewinnt derweil 1,8%.

Dass mit Ulf Mark Schneider vom deutschen Gesundheitskonzern Fresenius ein externer Kandidat das Rennen an der Nestlé-Spitze machen würde, hat kaum jemand erwartet. Erst einmal, in den 20er Jahren, hatte Nestlé nämlich jemanden von aussen an die Konzernspitze gesetzt. Die Überraschung ist umso grösser, als seit längerem drei interne Kandidaten in der Pole-Position gesehen wurden.

Die Message, die Nestlé mit diesem Schritt geben will, ist laut den Analysten von Helvea Baader klar: Der Konzern signalisiere, dass die Strategie eines Konzerns für Nutrition, Health und Wellness (NHW) vertieft werde, indem auch die Bereiche Health Science und Skin Health stärker integriert würden. In Anbetracht der Leistungen von Schneider und dem frischen Wind, den ein Kandidat von aussen bringen wird, dürfte der Schritt im Markt positiv aufgenommen werden.

Die ZKB sieht das ähnlich. Mit dem neuen CEO werde nun die Nestlé-Vision von "Ernährung, Gesundheit und Wohlbefinden" mit grossem Know-how im Gesundheitsbereich unterlegt, heisst es in einem Kommentar. Bereits der 2015 neu zu Nestlé gestossene CFO François-Xavier Roger sei aus der Pharmabranche gekommen. "Wir können den mutigen Schritt von Nestlé, die Vision mit Management-Power zu unterlegen, grundsätzlich nachvollziehen", meint Analyst Patrik Schwendimann.

Die Bank Vontobel spricht gar von "aufregenden Zeiten", die bevorstehen. Schneider werde eine neue Ära bei Nestlé einläuten, glaubt Jean-Philippe Bertschy; er werde das Portfolio bereinigen und vermehrt Akquisitionen im NHW-Bereich tätigen. Dass die Bereiche Health Science und Skin Health nun vollkommen dem CEO (und nicht mehr dem VRP) unterstünden, sei ausserdem ein klares Zeichen, dass diese in der Ära nach Brabeck mit der gleichen Intensität verfolgt würden.

uh/rw

(AWP)