Nestlé-Aktien nach anfänglichen Schwächen mit Kursavancen - Margen werden gelobt

Zürich (awp) - Die Nestlé-Aktien haben nach anfänglichen Verlusten im frühen Handel am Donnerstag schnell ins positives Terrain gedreht. Der Nahrungsmittelkonzern weist für das zweite Quartal ein deutlich verlangsamtes Wachstumstempo aus, was das Sentiment anfänglich etwas belastete. Die Analysten sehen im Halbjahresabschluss aber durchaus auch verschiedene positive Signale. So werden insbesondere die deutlich verbesserte Profitabilität und der starke Cash Flow gelobt.
18.08.2016 09:58

Nestlé gewinnen um 9.40 Uhr 0,3% auf 78,55 CHF, derweil der Gesamtmarkt gemessen am SMI gut 0,1% höher steht. Zu Handelsbeginn standen die Valoren noch mit knapp 1% Minus, konnten die Verluste jedoch rasch abbauen.

Obwohl Nestlé sowohl bezüglich organischem wie auch dem Mengenwachstum (RIG) die Konsensprognosen nicht ganz erreicht hat, geben sich die Analysten in ihren ersten Kommentaren relativ wohlwollend. Die Wachstumsabschwächung ist grundsätzlich erwartet worden. Zwar liege der RIG mit 2,8% leicht unter den Erwartungen, er sei damit jedoch klar über den Konkurrenten (Unilever +2,2%; Danone +0,9%), relativiert beispielsweise die ZKB die Wachstumszahlen.

BaaderHelvea weist mit Blick auf das Wachstum aber darauf hin, dass die organische Wachstumsschwäche nicht nur von der historisch tiefen Preiskomponente, sondern auch vom Volumen getrieben sei. Die Verlangsamung stamme dabei sowohl aus den Industrieländern wie auch aus den aufstrebenden Märkten, so BaaderHelvea weiter.

Durchwegs positiv aufgenommen und zumeist in den Vordergrund gestellt wird von den Analysten die Verbesserung der operativen Margen. So konnten die Bruttogewinnmarge um 130 Basispunkte auf 51,1% gesteigert werden. Daraus resultierte trotz höher als erwartet ausgefallenen Investitionen in Marketing eine um 30 Basispunkte höhere Betriebsmarge von 15,3%. Die 'neue' Nestlé fokussiere wieder auf Margen-Verbesserungen, lobt Vontobel.

Gut angekommen sind auch die fortlaufenden Anstrengungen von Nestlé im Bereich Working Capital. Für KeplerCheuvreux ist der Cash Flow sehr stark.

Deutlich hinter dem Konsens zurück blieb der Reingewinn. Dies sei die Folge der höher als erwartet ausgefallenen a.o. Erhöhung der latenten Steuern, so die Begründung.

Keine Überraschung stellt der von Nestlé für das Gesamtjahr bekräftigte Ausblick dar.

gab/cf

(AWP)