Nestlé-Aktien trotz Zahlen knapp unter Erwartungen fester

Die Aktien von Nestlé sind am Donnerstag - entgegen den vorbörslichen Indikationen - mit höheren Kursen in den Handel gestartet. Zwar erfüllte das Unternehmen mit seinen Neunmonatszahlen die Schätzungen von Analysten nur knapp, allerdings hat das Unternehmen seine Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt. Zudem hatte die Aktie am Vortag nach der Zahlenveröffentlichung des Konkurrenten Danone stark an Wert eingebüsst.
18.10.2018 10:05

Die Nestlé-Aktie notiert kurz vor 10 Uhr 0,7 Prozent höher bei 79,60 Franken und hat damit das Minus vom Vortag (-1,2%) zu einem guten Teil bereits wieder aufgeholt. Der Gesamtmarkt (SMI) legt insgesamt ebenfalls 0,7 Prozent zu, angestossen von den grossen drei Roche, Novartis und Nestlé.

Beobachter sprechen zumeist von Zahlen im Rahmen der Erwartungen. Die Analysten von JP Morgan etwa bezeichnen das Wachstum als insgesamt "in line", wobei vor allem die Bestätigung des Ausblicks für das Gesamtjahr positiv gewertet wird. Aus Divisions-Perspektive sei positiv, dass in drei der vier Wachstumskategorien eine Beschleunigung eingetreten sei.

Auch die ZKB sieht Nestlé auf Wachstumszielkurs, findet die Qualität des Wachstums allerdings "leicht enttäuschend" mit einer Verlangsamung beim Mengenwachstum (RIG). Das Preiswachstum sei zwar leicht höher als erwartet ausgefallen, was jedoch vor allem auf die Währungsabwertungen in einigen Schwellenländern zurückzuführen sein dürfte und weniger auf echtes Preiswachstum. Auch die Bank Vontobel ist etwas enttäuscht vom RIG-Rückgang (2,0 nach 2,4% im Q2). Sie spricht vor allem von einer anhaltend schwachen Umsatzentwicklung im Bereich "Wasser".

Der Broker Baader Helvea bewertet die Zahlen ebenfalls als im Rahmen der Erwartungen. Aufgrund des etwas schwieriger gewordenen Umfeldes im dritten Quartal sei allerdings die erwartete Beschleunigung des Wachstums im zweiten Halbjahr (noch) nicht eingetreten. Ein günstigerer Basiseffekt als im dritten Quartal sollte allerdings für das letzte Jahresviertel ein besseres Ergebnis ermöglichen.

Abgang von Asien-Chefin wird negativ beurteilt

Bedauert wird in Analystenkreisen derweil der Abgang der früheren Finanzchefin und jetzigen Asien-Chefin Wan Ling Martello. Das sei eine "grosse Enttäuschung", heisst es bei den Analysten des US-Hauses Bernstein. Sie sei sowohl als CFO wie auch als Chefin der Zone AOA erfolgreich gewesen und hinterlasse eine grosse Lücke, die schwierig zu stopfen sei.

Ihr Nachfolger Chris Johnson jedenfalls habe eine wenig erfolgreiche Zeit als Chef der Amerika-Zone gehabt, heisst es. JP Morgen ist mit der Neubesetzung auch nicht glücklich. Die US-Bank sieht es als verpasste Chance, neue Talente (von aussen oder von innen) in Management-Schlüsselpositionen einzusetzen.

uh/ys

(AWP)