Nestlé erzielt im H1 organisches Wachstum von 2,3% - Ausblick etwas abgeschwächt

Nestlé ist im ersten Halbjahr 2017 weniger stark gewachsen als von Analysten erwartet. Organisch legte der weltgrösste Nahrungsmittel-Hersteller von Januar bis Juni um 2,3% zu (Q1: +2,3%), wobei 1,4% auf internes Realwachstum (RIG) und 0,9% auf Preisanpassungen zurückzuführen waren.
27.07.2017 07:38

Der Gesamtumsatz betrug 43,0 Mrd CHF (-0,3%) und wurde beeinflusst von den Wechselkursen mit -0,3% und Akquisitionen (per Saldo) mit -2,3%. Die ausgewiesene operative Ergebnismarge der Gruppe ging wegen verstärkter Restrukturierungsaktivität um 30 Basispunkte (BP) auf 15,0% zurück (-20 BP zu konstanten Wechselkursen). Der EBIT selbst wird mit 6,8 Mrd CHF (VJ 6,61) und damit leicht höher als im Vorjahr beziffert. Unter dem Strich stieg der Reingewinn um 19% auf 4,9 Mrd CHF, wie der weltgrösste Nahrungsmittel-Hersteller am Donnerstag mitteilte.

Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) in der Tendenz nicht erreicht. Die Prognosen lagen für das organische Wachstum bei +2,7% (RIG +1,6%). Der Umsatz wurde bei 43,7 Mrd, der EBIT bei 6,64 Mrd und der Reingewinn bei 4,86 Mrd CHF gesehen.

Insgesamt verzeichneten die Industrieländer laut Mitteilung ein "schwaches" organisches Wachstum von 0,8%, mit solidem RIG von 1,1%, teilweise absorbiert durch negative Preisanpassungen von 0,3%. In aufstrebenden Märkten verlangsamte sich das organische Wachstum um 100 BP auf 4,4%, mit RIG von 1,9% und Preisanpassungen von 2,5%.

Das Wachstum in den Kategorien sei breit abgestützt gewesen, angeführt durch Wasserprodukte, Kaffee und Produkte für Heimtiere, so Nestlé. Süsswaren war die einzige Kategorie mit negativem Wachstum, obwohl sie sich im zweiten Quartal stabilisiert habe.

"Das organische Wachstum im ersten Halbjahr entsprach nicht vollkommen unseren Erwartungen", wird CEO Mark Schneider in der Mitteilung zitiert. Er zeigt sich aber "zufrieden mit dem Fortschritt, den wir im ersten Halbjahr bei der Wertschöpfung erreicht haben". Dazu gehörten solide operative Verbesserungen, Entscheidungen im Portfoliomanagement sowie der Entschluss zur Bilanz-Optimierung.

WACHSTUMSAUSBLICK LEICHT ABGESCHWÄCHT

In Bezug auf den Ausblick bestätigt der Konzern frühere Aussagen. Sie werden in Bezug auf das Wachstum allerdings leicht abgeschwächt. Der Konzern will weiterhin ein organisches Wachstum zwischen 2% und 4% erreichen, wobei dieses wahrscheinlich in der unteren Hälfte der Bandbreite zu liegen kommen werde, wie es heisst. Letztere Aussage ist neu.

Wie bereits im Februar angekündigt, ist eine erhebliche Erhöhung der Restrukturierungskosten dieses Jahr geplant, um die künftige Profitabilität zu steigern. Daher geht der Konzern von einer lediglich stabilen operativen Ergebnismarge bei konstanten Wechselkursen aus, will aber eine Steigerung des nachhaltigen Gewinns je Aktie bei konstanten Wechselkursen und der Kapitaleffizienz erreichen.

uh/gab

(AWP)