Nestlé erzielt im Halbjahr organisches Wachstum von 3,5% - Ausblick bestätigt

Vevey (awp) - Nestlé ist im ersten Halbjahr 2016 etwas langsamer gewachsen als von Analysten erwartet. Organisch legte der weltgrösste Nahrungsmittel-Hersteller von Januar bis Juni um 3,5% zu (Q1: +3,9%), wobei 2,8% auf internes Realwachstum (RIG) und 0,7% auf Preisanpassungen zurückzuführen waren. Die Preisanpassungen erreichten einen historischen Tiefststand aufgrund des deflationären Umfeldes in einigen Industrieländern sowie niedriger Rohstoffpreise.
18.08.2016 07:33

Der Gesamtumsatz betrug 43,2 Mrd CHF und wurde beeinflusst von den Wechselkursen mit -2,0% und Akquisitionen (per Saldo) mit -0,8%. Die ausgewiesene operative Ergebnismarge der Gruppe betrug 15,3% (+30 Basispunkte). Der EBIT selbst wird mit 6,6 Mrd CHF (VJ 6,44) und damit leicht höher als im Vorjahr beziffert. Unter dem Strich sank der Reingewinn um rund 0,4 Mrd auf 4,1 Mrd CHF. Der Rückgang hier sei auf einmalige, nicht liquiditätswirksame Anpassungen der latenten Steuern zurückzuführen, teilte der weltgrösste Nahrungsmittel-Hersteller am Donnerstag mit.

Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) bei der wichtigsten Umsatzzahl, dem organischen Wachstum, sowie dem Reingewinn deutlich verfehlt. Die Prognosen lagen für das organische Wachstum bei +3,7% (RIG +3,1%). Der Umsatz wurde bei 43,3 Mrd, der EBIT bei 6,57 Mrd und der Reingewinn bei 4,60 Mrd CHF gesehen.

"BREIT ABGESTÜTZT"

Das organische Wachstum war den Angabe zufolge breit abgestützt in allen Regionen und Kategorien. Es lag bei 4,7% in Nord- und Südamerika (AMS), bei 2,5% in der Region Europa, Naher Osten und Nordafrika (EMENA) und bei 2,3% in Asien, Ozeanien und Subsahara-Afrika (AOA). Die Industrieländer wuchsen derweil um 1,9% und die aufstrebenden Märkte um 5,4%.

"Die erste Jahreshälfte 2016 entsprach unseren Erwartungen mit einem Wachstum, das fast vollständig durch Volumen und den richtigen Produktmix getrieben wurde und uns weiter Marktanteile gewinnen liess", wird CEO Paul Bulcke in der Mitteilung zitiert. Er geht davon aus, dass sich die Preisanpassungen in den kommenden Monaten ein wenig erholen werden.

AUSBLICK BESTÄTIGT

Für die weitere Zukunft gibt sich der Konzern vorsichtig optimistisch und bestätigt wie erwartet den bisherigen Ausblick auf das Gesamtjahr. So wird weiterhin ein organisches Wachstum ähnlich dem Vorjahr (4,2%) sowie eine Verbesserung der Margen und des nachhaltigen Gewinns pro Aktie bei konstanten Wechselkursen sowie eine erhöhte Kapitaleffizienz angestrebt.

In diesen Zeiten schnellen Wandels richte man den Fokus weiterhin auf profitables Wachstum und investiere fortwährend in Innovation, Forschung und Entwicklung, Markenunterstützung und Digitalisierung, heisst es weiter.

uh/gab

(AWP)