Nestlé skizziert künftiges Wertschöpfungsmodell - Kündigt Aktienrückkauf an

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé geht zum Gegenangriff über. In einer Medienmitteilung vom Dienstag skizziert der Konzern sein künftiges Wertschöpfungsmodell. Dieses beinhaltet auch strategische Wachstumsprioritäten und eine Unterstützung der Kapitalstruktur. Erst am Vortag hatte der Einstieg des aktivistischen Investors Daniel Loeb für Gesprächsstoff gesorgt. Loeb fordert vom Nestlé-Management unter anderem den Verkauf der L'Oréal-Beteiligung und damit verbunden grossangelegte Aktienrückkäufe.
27.06.2017 18:25

Wie Nestlé selbst nun am Dienstag nach Börsenschluss mitteilt, mache es mit seinen Plänen einen weiteren Schritt vorwärts bei der Umsetzung seines umfassenden Wertschöpfungsmodells. Die Kapitalstruktur des Unternehmens werde regelmässig überprüft, um Veränderungen der Marktbedingungen und strategischen Prioritäten zu reflektieren.

Die Finanzstrategie ziele darauf ab, die richtige Balance zu finden zwischen dem Wachstum beim Gewinn je Aktie, wettbewerbsfähigen Aktionärsrenditen, der Flexibilität für externes Wachstum und Zugang zu Finanzmärkten.

Als Ergebnis dieser Überprüfung habe das Unternehmen entschieden, dass die Investitionsausgaben künftig besonders auf den Ausbau jener Nahrungs- und Getränkekategorien konzentriert werden, die ein hohes Wachstum aufweisen, wie etwa Kaffee, Produkte für Heimtiere, Säuglingsnahrung und Wasserprodukte. Zugeleich fokussiere man sich auch geographisch auf Märkte mit hohem Wachstum.

"Entsprechend der Unternehmensstrategie Nutrition, Gesundheit und Wellness werden ausserdem Wachstumsmöglichkeiten im Bereich Consumer Healthcare verfolgt", kündigt Nestlé an.

In puncto Übernahmen schreibt der Konzern, man werde "ausschliesslich externe Wachstumsmöglichkeiten priorisieren, die zu Zielkategorien und -regionen passen, attraktive Renditen erzielen und auf der Führungsposition des Unternehmens in schnell wachsenden Nahrungs- und Getränkekategorien aufbauen."

AKTIENRÜCKKAUFPROGRAMM ÜBER BIS ZU 20 MRD CHF

Zugleich kündigt der Nahrungsmittelkonzern Aktienrückkaufprogramm über bis zu 20 Mrd CHF an. Der Verwaltungsrat habe diesem zugestimmt. Es soll bis Ende Juni 2020 abgeschlossen sein. Sollten in diesem Zeitraum grössere Akquisen stattfinden, werde das Programm entsprechend angepasst.

Der Beginn des Programms ist für 4. Juli 2017 geplant. Das Volumen der monatlichen Aktienrückkäufe werde von den Marktbedingungen abhängen, doch wahrscheinlich wird es stärker auf die Jahre 2019 und 2020 gewichtet, um das Verfolgen wertschaffender M&A-Gelegenheiten zu erlauben. Auf Grundlage aktueller Prognosen rechnet Nestlé mit einer Nettoverschuldung im Verhältnis zur EBITDA von etwa 1,5 im Jahr 2020.

Der nachhaltigen Dividendenpraxis sei man auch weiterhin verpflichtet, heisst es abschliessend.

hr/cp

(AWP)