Nestlé und Danone schliessen JV für PET-Flaschen aus Sägemehl und Karton

Nestlé Waters und Danone - eigentlich Konkurrenten auf dem weltweiten Markt für Flaschenwasser - spannen zusammen. Bis 2020 wollen sie die herkömmliche PET-Flasche in die Mottenkiste für Umweltsünden verbannen: Flaschenmaterial soll künftig aus natürlichen und erneuerbaren Materialien bestehen.
02.03.2017 16:34

Zur Entwicklung des neuen Materials, das die Plastikflasche ersetzen soll, haben Nestlé Water, Danone und das kalifornische Start-Up-Unternehmen Origin Materials das Joint-Venture Allianz NaturAll gegründet, wie die beteiligten Unternehmen am Donnerstag in Paris mitteilten.

Statt aus Erdöl, wie das herkömmliche PET, soll die Flasche der Zukunft aus Rohmaterial wie beispielsweise Altkarton oder Sägemehl bestehen. Das Projekt sei bereits weit gediehen, heisst es in einer Mitteilung von Nestlé Waters.

Die ersten Flaschen sollen denn auch bereits 2020 zum Einsatz kommen. Zu Beginn sollen die Flaschen zu 75% aus dem neuen Material bestehen. Bis Ende 2022 soll sich dieser Anteil auf 95% erhöhen, schreibt Nestlé Waters.

Der Bau einer Anlage zur Herstellung des neuen Materials soll bereits dieser Tage beginnen. Die Produktion erster Flaschen, die zu Beginn mindestens zu 60% aus dem neuen Material bestehen, soll bereits im kommenden Jahr anlaufen.

Mit dem Projekt setzten sich die drei Unternehmen ein grosses Ziel: Letztlich sollen die Flaschen zu 100% aus dem neuen Material bestehen. Und: Die Allianz wünscht sich, dass "mittel- und langfristig die gesamte Industrie von dieser neuen Technologie profitieren kann", heisst es in der Nestlé Waters-Mitteilung.

Offenbar sehen sich die Nahrungsmittelgiganten Nestlé und Danone zusehends unter Druck gesetzt. Denn die Herstellung von Plastik aus Erdöl trägt massgeblich zur Klimaerwärmung durch CO2-Emissionen bei. Und: PET-Flaschen sorgen weltweit für wachsende Müllberge zu Land und wachsende Plastik-Inseln auf den Ozeanen.

cf/

(AWP)