Neue RWE-Tochter Innogy soll hohe Dividenden zahlen

LONDON (awp international) - Der Energiekonzern RWE verspricht hohe Dividendenzahlungen durch die neue Grosstochter Innogy. Sie solle künftig 70 bis 80 Prozent ihres bereinigten Gewinns an die Eigentümer ausschütten, erklärte RWE am Donnerstag bei einer Investorenveranstaltung in London. RWE spaltet sich als Folge der Energiewende auf. Die Zukunftsgeschäfte Vertrieb, Netze und Ökostrom gliedert der Konzern dabei in die neue Grosstochter aus. Dort werden künftig rund zwei Drittel der derzeit rund 60 000 RWE-Beschäftigten arbeiten. An der Börse kamen die Aussagen gut an. RWE-Aktien legten bis zum Mittag mehr als sechs Prozent zu.
30.06.2016 12:54

Trotz der Turbulenzen an den Kapitalmärkten will der Konzern Innogy weiterhin noch in diesem Jahr an die Börse bringen. Zunächst ist vorgesehen, rund zehn Prozent der Anteile im Zuge einer Kapitalerhöhung zu veräussern. Weitere Anteile will RWE im Laufe der Zeit verkaufen, um die eigene Kasse aufzubessern. Möglich ist dabei, schon zum Börsengang weitere Aktien loszuwerden. Allerdings will RWE dauerhaft Mehrheitseigentümer von Innogy bleiben. Der Konzern selbst wird sich künftig im operativen Geschäft auf den Betrieb der konventionellen Grosskraftwerke und den Energiehandel konzentrieren.

RWE sicherte den Investoren zu, dass Innogy mit grösstmöglicher Eigenständigkeit ausgestattet werde. Der Konzern wolle die Tochter als reine Finanzbeteiligung halten und keinen Einfluss auf das Geschäft ausüben. Mit dem künftigen RWE-Finanzchef Markus Krebber solle nur ein Vertreter aus dem Konzernmanagement in den 20-köpfigen Innogy Aufsichtsrat einziehen. Für die Spitze des Kontrollgremiums ist Werner Brandt vorgesehen, der auch dem RWE-Aufsichtsrat vorsteht.

Innogy sei eine ausgewogene Kombination aus stabilem Geschäft, einer starken Basis von 23 Millionen Kunden und Investitionen in erneuerbare Energien. "Wir verkörpern damit gleichermassen Stabilität und Wachstum", sagte RWE-Chef Peter Terium, der künftig Innogy managen wird. An die Spitze des RWE-Vorstand wird hingegen Teriums bisheriger Stellvertreter Rolf Martin Schmitz rücken.

Innogy erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 4,5 Milliarden Euro, der gesamte Konzern kam auf sieben Milliarden Euro. Dabei setzte die Sparte rund 46 Milliarden Euro um. Das bereinigte Nettoergebnis lag bei 1,6 Milliarden Euro. Vergleichsweise hoch wird allerdings die Verschuldung. Die Nettoverbindlichkeiten sollen zunächst viermal höher als das Ebitda liegen. Innogy habe aber eine stabile finanzielle Basis, erklärte Finanzchef Bernhard Günther./enl/jha/fbr

(AWP)