Neuer Chef von Air France-KLM klagt über hohe Kosten

Berlin (awp/sda/reu) - Air France-KLM steht dem neuen Konzernchef Jean-Marc Janaillac zufolge vor einer Reihe von Problemen. "Wir sind nicht so wettbewerbsfähig wie Konkurrenten und unsere Kosten sind immer noch zu hoch", sagte Janaillac in einem Gespräch mit Journalisten in Berlin.
12.10.2016 19:16

Die Flugbranche wachse, doch hinke die französisch-niederländische Gesellschaft in dem Punkt hinterher. Um die Trendwende zu schaffen, werde er Anfang November eine neue Konzernstrategie vorstellen.

Der seit drei Monaten amtierende Janaillac tritt ein schweres Erbe an. Sein Vorgänger Alexandre de Juniac wollte die defizitäre Airline mit radikalen Einschnitten auf Vordermann bringen, scheiterte letztlich aber am Widerstand der streikfreudigen Belegschaft. Die Bilder eines Managers der Fluglinie, der mit zerrissenem Hemd vor aufgebrachten Angestellten über einen Zaun flüchten musste, haben das Betriebsklima zusätzlich vergiftet.

Zudem plagt Air France-KLM der harte Wettbewerb mit Billiganbietern wie Ryanair und staatlich geförderten Fluggesellschaften wie die arabische Emirates. Dem europäischen Marktführer Lufthansa ergeht es ähnlich.

Einige grosse Probleme wie die Verschuldung sind laut Janaillac bereits angegangen worden. Nun gelte es, Vorteile wie die starken Marken und die beiden attraktiven Heimatflughäfen in Paris und Amsterdam auszuspielen. Konkretes über die neue Strategie wollte er noch nicht verraten. Doch sei klar, dass nach der Vorstellung monatelange Gespräche mit den Gewerkschaften und vor allem den Piloten anstünden.

(AWP)