Neuer Evonik-Chef Kullmann will Konzern 'stärker an Leistung orientieren'

Den weltgrössten Spezialchemiekonzern Evonik will der neue Chef Christian Kullmann auf mehr Leistung trimmen. "Wir wollen uns stärker an Leistung orientieren und am Ergebnis, auch im Vergleich zum Wettbewerb. Und wir brauchen noch mehr Dynamik in der Unternehmenskultur", sagte der 48-jährige laut einem am Mittwoch veröffentlichten Vorabbericht des "Handelsblatts". Kullmann hatte nach der Hauptversammlung am Vortag die Führung des MDax -Konzerns von Klaus Engel übernommen.
24.05.2017 10:53

"Wir haben eine gute Führungskultur, die wir weiterentwickeln wollen", sagte Kullmann dem Blatt weiter. Der Fokus liege dabei auf dem Erfolg. "Solidarität müssen wir uns leisten können", sagte er. "Wer gute Löhne zahlen will, der muss zuerst mal eines sein: erfolgreich, besser als die Wettbewerber." Kullmann will den Konzern wieder zu mehr Wachstum führen. Seine Strategie dafür schliesst auch weitere Übernahmen nicht aus: "Es ist ein Dreiklang aus organischem Wachstum, Innovationen und, da wo etwas Gutes zu haben ist, auch Zukäufen", sagte Kullmann dem Blatt.

Am 1. Juni will der 48-jährige laut früheren Angaben bei einer Investorenkonferenz in London ein Update zur Strategie liefern. Im vergangenen Jahr untermauerte die Milliarden-Akquisition wichtiger Geschäfte des US-Konkurrenten Air Products bereits Kullmanns Anspruch auf den Spitzenjob. Der ehemalige BASF-Manager Harald Schwager wird zudem Anfang September stellvertretender Vorstandsvorsitzender bei Evonik. Er gilt als ausgesprochener Kenner der Branche.

Mit den jüngsten Übernahmen verringert Evonik seine starke Abhängigkeit von einzelnen Produkten. Dort weht ein rauer Wind: Die Margen bei wichtigen Evonik-Produkten wie etwa Tierfutter-Einweiss stehen unter Druck. Evonik gehört mehrheitlich der deutschen Steinkohlestiftung RAG. Diese muss aus ihren Einnahmen die Folgelasten des Steinkohlebergbaus finanzieren./jha/nas/stb

(AWP)