Neuer Sika-Chef mit altbekannten Positionen

Paul Schuler, der neue Konzernchef von Sika, vertritt in seinem ersten Interview die altbekannte Linie des Innerschweizer Baustoffherstellers: Er lehnt die Übernahme durch den französischen Konzern Saint-Gobain ab und er will das rasante Wachstum von Sika fortsetzen.
04.06.2017 10:48

"Gemeinsam mit dem Management lehne ich den Übernahmeversuch des französischen Konzerns Saint-Gobain ab", sagt Sika-Chef Paul Schuler in seinem ersten Interview als Konzernchef, das er mit der "Schweiz am Wochenende" schriftlich geführt hat.

Am 22. Mai hatten Sika und LafargeHolcim das Sesselrücken in ihren Chefetagen bekannt gegeben: Der damalige Sika-Chef Jan Jenisch wechselte zu LafargeHolcim und der langjährige Sika-Manager Paul Schuler rückte in die Position des Konzernchefs des Baustoffherstellers.

Schulers Zeit als Chef dürfte kurz sein

Doch dürfte er auf diesem Sessel nicht allzu lange sitzen. Denn sollte sich die Sika-Erbenfamilie Burkard vor Gericht durchsetzen, würde Saint-Gobain übernehmen und Schuler wäre seinen Job los.

Auch im anderen Fall, dass die Familie Burkhard unterliege, wäre zwar Saint-Gobain weg, doch Sika würde erneut von der Familie Burkhard kontrolliert und Schuler wäre seinen Job ebenfalls mit grösster Wahrscheinlichkeit los.

Im Interview will Schuler darüber nicht spekulieren: Nicht er stehe im Vordergrund, sondern "das Wohlergehen unserer 17'400 Mitarbeitenden", sagte er.

Schuler arbeitet seit 29 Jahren für Sika. Seit 2007 ist er Mitglied der Konzernleitung. Von 2007 bis 2012 war er Regionalleiter für Nordamerika. Seit 2013 ist Schuler für Europa, Naher Osten und Asien zuständig. 2012 war für ihn ein bitteres Jahr. Damals wurde nicht er zum Sika-Chef ernannt, sondern Jan Jenisch, den er nun ersetzt.

Im Interview bestätigt Schuler die rasanten Wachstumsziele von Sika: Zielsetzung für das Geschäftsjahr 2017 ist weiteres Wachstum mit einer Umsatzsteigerung von 6 bis 8 Prozent auf erstmals 6 Milliarden Franken. Acht neue Fabriken sollen eröffnet und drei Ländergesellschaften gegründet werden. Sika sei auf Wachstum eingestellt, sagte Schuler.

(AWP)