Neuer Sika-Chef rechnet mit Gerichtsentscheid in den nächsten Wochen

(Meldung ausgebaut) - Im juristischen Tauziehen um den Bauchemiekonzern Sika rechnet der neue Firmenchef bald mit einem Urteil des Zuger Obergerichts. "Wir haben alle Eingaben vor zwei Wochen abgeschlossen. Das Gericht hat alle Unterlagen", sagte Paul Schuler am Mittwoch.
20.09.2017 16:40

"Jetzt erwarten wir den Entscheid in den nächsten Wochen", sagte der neue Sika-Chef am Investorentag. Denn beim ersten Urteil des Kantonsgerichts im Falle der Stimmrechtsbeschränkung der Erbenfamilie Burkard an der Generalversammlung habe es sechs bis acht Wochen bis zum Urteil gedauert.

Deshalb gehe man jetzt von einer ähnlichen Zeitspanne aus, sagte Schuler am Rande im Gespräch mit Schweizer Medien: "Es könnte aber auch Anfang Januar werden." Einen Verkauf von Sika an den französischen Konkurrenten Saint-Gobain lehnte der Konzernchef erneut ab: "So wie der Deal jetzt strukturiert ist, ist er für uns ein No-Go."

KEIN KAMPF GEGEN FAMILIE

Schuler brachte erneut den Kauf des Burkard-Aktienpakets durch Sika als eine Möglichkeit ins Spiel, den Streit beizulegen. Die Familie könne aber kein Angebot annehmen, weil sie einen bindenden Vertrag mit Saint-Gobain unterzeichnet habe.

"Wir schaffen daran, dass wir einen guten Deal für die Familie finden, der auch für Sika gut und fair ist", sagte Schuler: "Wir haben nie gegen die Familie gekämpft, sondern im Interesse von Sika gegen Saint-Gobain."

Der Streit mit den Franzosen sei eine Belastung: Sika habe mehrere Übernahmen nicht machen können, weil die Besitzer der betreffenden Firmen nicht wollten, dass ihre Firma am Ende in die Hände von Saint Gobain komme. Drei bis vier Übernahmen lägen deshalb auf Eis.

Dennoch hält Sika am steilen Expansionskurs fest. Bis 2020 soll die Betriebsgewinnmarge 14 bis 16% erreichen und der EBIT die Milliardengrenze übertreffen. Insgesamt sollen 30 neue Fabriken in Betrieb genommen und 8 neue Ländergesellschaften gegründet werden. Beim Umsatz wird ein Wachstum von 6 bis 8% pro Jahr angepeilt.

Bereits 2017 will Sika erstmals beim Umsatz die Marke von 6 Mrd CHF knacken und 8 neue Fabriken eröffnen. Zudem ist die Gründung von 3 Ländergesellschaften geplant.

US-HURRIKANES MIT AUSWIRKUNGEN

Die jüngsten Wirbelstürme in den USA hätten auch Auswirkungen auf Sika gehabt. Mehrere Lieferanten in Texas seien getroffen worden. "Bei uns gibt es Engpässe. Es sollte aber keinen Produktionsunterbruch geben", sagte Schuler. Zudem habe man Probleme, Lastwagen für den Transport zu bekommen, weil diese für die Beseitigung der Schäden und Versorgung der Bevölkerung benötigt würden.

Sika-Werke in den USA hätten keine Schäden durch die Wirbelstürme oder Fluten erlitten. Auch die Mitarbeiter seien glimpflich davongekommen, sagte Schuler im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda.

ra/

(AWP)