Neuer Stada-Chef will derzeit keine Stellen abbauen

Beim erst kürzlich von den angelsächsischen Finanzinvestoren Bain und Cinven übernommenen Arzneimittelhersteller Stada soll es vorerst keine Stellenstreichungen geben. "Ich strebe derzeit keinen Personalabbau an, weder in Deutschland noch anderswo", sagte der erst seit wenigen Tagen amtierende neue Unternehmenschef Claudio Albrecht in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche" (Freitag). Damit trat er Befürchtungen von Arbeitnehmervertretern entgegen, die zuletzt infolge der Übernahme einen Stellenabbau unter den weltweit rund 11 000 Mitarbeitern des MDax -Konzerns befürchtet hatten.
05.10.2017 08:21

Freiwerdende Stellen sollten künftig bevorzugt intern besetzt werden, führte Albrecht weiter aus. Stada baue auch einen eigenen Aussendienst auf, mit dem eine dreistellige Zahl von Arbeitsplätzen geschaffen werde. Denn der Konzern wolle künftig bestimmte Produkte nicht nur über Apotheken, sondern auch über Kliniken vertreiben.

Albrecht, der zuvor unter anderem den Pharmakonzern Actavis und den Ulmer Arzneimittelhersteller Ratiopharm geleitet hat, war Ende September an die Stada-Spitze berufen worden. Beim Bad Vilbeler Hersteller will er nun das Läusemittel Hedrin zum Top-Produkt machen. "Hedrin wird das erste Produkt sein, das wir in allen wichtigen europäischen Märkten einführen", sagte der Manager.

Stada stellt Nachahmermittel her und ist daneben vor allem für rezeptfreie Markenprodukte wie Grippostad und die Sonnenmilch Ladival bekannt. Die durch den früheren Vorstandschef Hartmut Retzlaff verkauften Markenrechte an Ladival könnte der neue Stada-Chef zurückkaufen. Der Verkauf war umstritten. "Ich bezweifle, dass ich die Marke verkauft hätte. Ich sehe ihre Zukunft bei Stada", sagte Albrecht./tav/nas/men

(AWP)