Newron sieht sich auf Erfolgsspur - Erwartet nach gutem 2016 starkes 2017

(Zusammenfassung) - Für das Management von Newron war 2016 erst der Anfang. Im laufenden Jahr stecke viel Musik in seinem Unternehmen, kündigt der CEO des italienischen Pharmaunternehmens, Stefan Weber, im Gespräch mit AWP an. Tatsächlich kann sich das Unternehmen mit seinen Zahlen für 2016 ganz gut sehen lassen. So haben sich die Gesamterträge vervielfacht und der Nettoverlust gleichzeitig verringert. An der Börse fällt die Reaktion dennoch zunächst zurückhaltend aus.
02.03.2017 12:56

Wie Weber auch an der Medienkonferenz am Donnerstag betont, seien die Erlöse 2016 nur ein Vorgeschmack auf das, was im laufenden Jahr zu erwarten sei. Denn ein Grossteil der Erträge in Höhe von insgesamt 6,7 Mio EUR (VJ: 2,4 Mio) ging auf Lizenzeinnahmen und Umsatzbeteiligungen zurück. Sie resultieren aus der Zulassung von Xadago (Safinamide) zur Begleittherapie bei Parkinson in der EU. Vertrieben wird das Mittel über den Partner Zambon.

BASIS-EFFEKT STELLT SICH ERST EIN

Xadago ist seit 2015 in der EU zugelassen und wurde zunächst in Deutschland lanciert. Im vergangenen Jahr hat der Newron-Partner Zambon das Mittel dann in zehn weiteren europäischen Märkten eingeführt, darunter Italien, Spanien, Grossbritannien und die Schweiz. Weber betont, dass sich damit erst im laufenden Jahr für diese Märkte eine Art Basis-Effekt einstellen werde.

Zudem erwarte er, dass die Markteinführung in Frankreich noch in diesem Jahr stattfinde, so dass die fünf grössten europäischen Märkte damit abgedeckt seien. Noch wichtiger aber ist, dass der Manager fest von einer Zulassung in den USA ausgeht. Dort steht Ende März die Entscheidung der US-Gesundheitsbehörde FDA an.

MEILENSTEINZAHLUNGEN BEI US-ZULASSUNG

"Abgesehen von den Lizenzeinnahmen und Umsatzbeteiligungen stehen damit auch noch Meilensteinzahlungen für Newron aus", kündigt der Manager mit Blick auf die US-Entscheidung an. Insgesamt dürften diese im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen, so Weber vor den Journalisten und Analysten.

Diese Meilensteinzahlungen kommen dann quasi extra auf die vorhandenen liquiden Mittel dazu. "Sie bilden eine Art Reserve für uns", erklärt der CEO. Die liquiden Mittel beziffert Newron per Ende 2016 auf 46,5 Mio nach 40,9 Mio EUR im Vorjahr. Damit sei man bis Ende 2018 finanziert.

ALLEINGANZ BEI SARIZOTAN GEPLANT

Während man bei Xadago auf das Modell Lizenz-Partnerschaft setzt, kündigt Weber für den Produktkandidaten Sarizotan zur Behandlung des Rett-Syndroms an, dass man dieses Mittel selbst vermarkten wolle - sowohl in der EU als auch den USA.

Für Sarizotan ist die potenziell zulassungsrelevante klinische STARS-Studie bereits angelaufen. In ihr soll das Mittel auf Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit bei Patienten mit Rett-Syndrom geprüft werden, die unter Atembeschwerden leiden. "Der Beginn der STARS-Studie ist ein wichtiger Meilenstein in Newrons Entwicklungsprogramm mit Sarizotan", betont Newrons Chief Medical Officer Ravi Anand an der Medienkonferenz. Er rechne damit, dass die Patientenrekrutierung bis etwa November abgeschlossen sei. Mit Daten sei dann ab Mitte 2018 zu rechnen.

ZUKUNFT VON EVENAMIDE NOCH UNKLAR

Unschlüssig ist das Newron-Management derzeit mit Blick auf den Kandidaten Evenamide zur Behandlung von Schizophrenie. Nachdem die Phase-IIa-Studie vielversprechende Ergebnisse gezeigt habe, müsse nun entschieden werden, ob man den nächsten Schritt in Richtung einer relevanten Phase-IIb mache, oder aber schon jetzt nach einem Lizenz-Partner suche.

Mit Blick auf die Zahlen, rechnet Newron in puncto Erträge mit einem deutlichen Zuwachs. Bei der Gewinnentwicklung dürfte sich in den kommenden Jahren Steuergutschriften verlustmindernd auswirken, so wie bereits 2016. Für 2016 weist Newron einen Nettoverlust von 15,3 Mio EUR aus, nach 24,4 Mio im Jahr davor. Laut CFO Roberto Galli könnten diese Steuergutschriften bis 2020 noch laufen.

Bei den Zahlungsmittelabflüssen geht CEO Weber davon aus, dass sich diese auch 2017 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bewegen sollten. 2016 lagen sie bei 19,6 Mio EUR nach 12,9 Mio im Jahr 2015.

An der Börse dämmen die Aktien ihre Verluste von anfänglich knapp 2% sukzessiv ein. Gegen 12.15 Uhr beträgt der Abschlag noch 0,8%, während der SPI um 0,57% steigt.

hr/ra

(AWP)