Newron weitet Verlust im Halbjahr 2016 aus - Ausblick bestätigt

(Meldung um weitere Details ergänzt)
15.09.2016 11:21

Bresso/IT (awp) - Das italienische Pharmaunternehmen Newron sieht sich auf gutem Weg, seine Ziele im Gesamtjahr 2016 zu erreichen. In den ersten sechs Monaten nahmen die Erlöse, wie angekündigt zu. Gleichzeitig erhöhten sich aber auch die Kosten deutlich - allerdings hatte Newron dies auch bereits in Aussicht gestellt. Den Verlust weitetet das an der SIX kotierte Unternehmen im ersten Halbjahr entsprechend aus. An der Börse fällt die Reaktion verhalten aus.

Im Gesamtjahr erwartet Newron höhere Umsatzbeteiligungen aus Verkäufen des Parkinson-Mittels Xadago in verschiedenen europäischen Ländern und zusätzlichen Meilensteinzahlungen sowie potenzielle weitere Safinamide-Erlöse seitens Zambon. Sie alle zusammen dürften im Gesamtjahr für höhere Erlöse sorgen, heisst es in der Medienmitteilung vom Donnerstag.

Gleichzeitig sagt Newron voraus, dass die Kosten für Forschung & Entwicklung (F&E) aufgrund der Kosten der klinischen Entwicklung für die Wirksamkeitsstudien mit Sarizotan und NW-3509 höher ausfallen werden als 2015.

HALBJAHRESZAHLEN UNTERSTÜTZEN AUSBLICK

Diese Vorhersagen werden bereits durch die Halbjahreszahlen 2016 untermauert. Hier weist das Unternehmen bei den Lizenzeinnahmen und Umsatzbeteiligungen 3,9 Mio EUR aus, was gegenüber dem Vorjahreswert von 1,9 Mio etwas mehr als das Doppelte ist. Die Kosten für Forschung und Entwicklung weist das Unternehmen mit 8,2 Mio EUR aus. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 bedeutet das eine Zunahme von etwa 75%.

Für Medikamentenentwicklung und die Vorbereitungen für die Einreichung des Zulassungsantrags für Safinamide habe das Unternehmen in den ersten sechs Monaten 9,2 Mio ausgegeben nach 7,6 Mio im Vorjahreszeitraum. Den Anstieg bewirkten vor allem die Phase-II-Studie von Evenamide mit Schizophrenie-Patienten und die Vorbereitungen der potenziell zulassungsrelevanten Studie mit Sarizotan für das Rett-Syndrom. Von diesen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung wurden 1,0 Mio EUR über die Safinamide-Partnerschaft mit Zambon rückvergütet.

Unter dem Strich stieg der Verlust auf knapp 8,8 Mio EUR an, nachdem im Vorjahreszeitraum hier noch ein Minus von 6,9 Mio zu Buche stand.

Der Mittelabfluss aus betrieblicher Tätigkeit kam am Bilanzstichtag bei annähern 9,0 Mio CHF zu liegen, dies nach 5,3 Mio im Vorjahr. Die liquiden Mittel und kurzfristigen Finanzanlagen betrugen per Mitte Jahr 34,9 Mio. Für Ende 2015 wurden 40,9 Mio ausgewiesen. "Die vorhandene Liquidität führt Newron gut durch den Grossteil des Jahres 2017, über erwartete wichtige und wertsteigernde Meilensteine hinaus", wird CEO Stefan Weber in der Mitteilung zitiert.

WEITERE FORTSCHRITTE IN PRODUKT-PIPELINE

Mit Blick auf die Produktpipeline hebt Newron hervor, dass der Partner Zambon das Parkinson-Mittel Xadago in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres auf Märkten wie der Schweiz, Spanien, Italien, Grossbritannien und, nach Ende der Berichtsperiode, auch in den Niederlanden eingeführt hat. Xadago sei seit zehn Jahren die erste neue chemische Substanz, die eine Marktzulassung von der EU-Kommission für die Behandlung der Parkinson-Krankheit erhalten hat, heisst es in der Mitteilung weiter.

Auch mit dem Zulassungsantrag in den USA sei man nach dem Rücksetzer durch die FDA im März nun wieder auf gutem Wege. Zur Erinnerung: Im März hatte die US-Behörde Newron ein vollständiges Antwortschreiben ("Complete Response Letter", CRL) für Xadago geschickt. Ende Juli wurden dann das Pharmaunternehmen und seine Partner Zambon und US WorldMeds darüber informiert, dass die FDA nicht länger die Durchführung weiterer Studien verlangt. Newron plant wie bereits kommuniziert den New-Drug-Application-(NDA)-Zulassungsantrags noch 2016 erneut bei der US-FDA einzureichen.

STUDIENBEGINN ALS MEILENSTEIN GESEHEN

Für sein Mittel Sarizotan, das zur Behandlung von Patienten mit Rett-Syndrom eingesetzt werden soll, genehmigte die FDA im Mai den Zulassungsantrag für die klinische Prüfung.

Im Juli startete Newron die STARS-Studie ("Sarizotan-Therapie für Apnoen bei Rett-Syndrom"). Dabei handelt es sich um eine potenziell zulassungsrelevante, klinische Studie zur Bewertung der Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von Sarizotan bei Patienten mit Rett-Syndrom, die unter Atembeschwerden leiden. Nach eigenen Angaben stellt der Start der Studie einen wichtigen Meilenstein dar.

Bleibt noch der Produktkandidat Evenamide (NW-3509), zu dem Newron im April auf der 5th Biennial Schizophrenia International Research Society Conference Daten vorstellte. Hierbei handelt es sich um ein Antipsychotikum der neuen Generation, das über Signalübertragungswege wirkt, auf die derzeitige Behandlungen oder andere neue Antipsychotika nicht abzielen.

An der Börse fällt die Reaktion dagegen verhalten aus. bei einem Kurs von 23,00 CHF notieren die Aktien gegen 10.35 um 0,9% tiefer. Sie liegen damit in etwa zwischen ihrem bisherigen Tagestief bei 22,00 CHF und dem Hoch bei 23,60 CHF. Der Gesamtmarkt gibt, gemessen am SPI, um 0,15% ab.

hr/ys

(AWP)