Niederländische Grossbank ING schneidet besser ab als erwartet

(Ausführliche Fassung) - Die niederländische Grossbank ING hat im ersten Quartal besser abgeschnitten als erwartet. Dabei profitierte die Bank von regem Neugeschäft bei stabilen Margen, ihrer Kostenkontrolle und weniger Risikovorsorge für Kreditausfälle. Dies teilte die Bank am Mittwoch in Amsterdam mit. In Deutschland legten die Niederländer mit ihrer Tochter ING-Diba und der Baufinanzierungsplattform Interhyp leicht zu - vor allem dank sinkender Kosten für die Regulierung.
10.05.2017 11:00

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten gut an, die ING-Aktie reagierte positiv. Das Papier lag am Vormittag zwar leicht im Minus - berücksichtigt man aber den Dividendenabschlag war sie im Plus. Seit Jahresbeginn hat die Aktie gut 15 Prozent zugelegt und ist klar besser gelaufen als der Stoxx 600 Banks Index.

Der Überschuss lag bei 1,14 Milliarden Euro. Analysten hatten mit deutlich weniger gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies zwar ein Gewinnrückgang, damals gab es aber einen Sondergewinn durch den Verkauf von Anteilen des Versicherungsgeschäft (NN Group).

Im abgelaufenen Quartal konnte die ING ihre Erträge dank eines Schubs zum Jahresende insgesamt um 7,6 Prozent auf fast 4,4 Milliarden Euro steigern. Die Kreditvorsorge ging um fast 50 Prozent auf 133 Millionen Euro zurück.

Doch auch die ING spürt angesichts von Minizinsen und fortschreitender Digitalisierung den Druck zum Wandel. Erst im Oktober hatte Vorstandschef Ralph Hamers den Wegfall von 7000 Stellen verkündet. So sollen über die nächsten fünf Jahre 900 Millionen Euro eingespart werden. In die Digitalisierung steckt der Konzern 800 Millionen Euro.

Die ING gilt derzeit als eine der erfolgreichsten Banken Europas, die nach ihrem Umbau und der Abspaltung des Versicherungsgeschäft mit starken Kapitalquoten aufwarten kann. Zum Quartalsende hatte die Bank 36,1 Millionen Kunden, ein Plus von 8,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Dank des rasanten Kursanstiegs der Aktie in den vergangenen Jahren gehört die Bank mit einem Marktwert von rund 60 Milliarden Euro auch wieder zu den teuersten Europas. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank kommt derzeit lediglich auf eine Marktkapitalisierung von 36 Milliarden Euro, die Commerzbank nur auf 12 Milliarden Euro./stk/zb/fbr

(AWP)