Nokia weiter mit Umsatzschwund und Verlust - Besserung in Sicht

(Ausführliche Fassung) - Der Netzwerkausrüster Nokia ringt wie die Konkurrent weiter mit der Investitionszurückhaltung in der Telekombranche. Der Umsatz sank im ersten Quartal im Vorjahresvergleich um 2,4 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag im finnischen Espoo mitteilte. Ohne Rückenwind von Wechselkursen wäre das Minus noch grösser gewesen. Allerdings lag das vor allem an Rückgängen bei internetbasierten Netzen sowie im Festnetz, die Umsätze mit Mobilfunkausrüstung blieben dagegen weitgehend stabil.
27.04.2017 12:30

Nokia-Chef Rajeev Suri sprach denn auch von einem sich bessernden Umfeld und bestätigte die Prognosen. Die Nokia-Aktie gewann an der Spitze des Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rund 6 Prozent an Wert. Damit setzte das Papier die jüngste Erholung fort. Seit Ende 2016 gehört das Papier mit einem Plus von knapp 15 Prozent zu den besten Standardwerten der Eurozone.

Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn sank um ein Prozent auf 341 Millionen Euro, fiel damit aber wie der Erlös besser aus als von Experten gedacht. Die vielbeachtete Bruttomarge in der wichtigen Netzwerksparte sei eine der besten in einem ersten Quartal überhaupt gewesen, sagte Suri. Die Bruttomarge gibt an, wie viel vom erzielten Preis nach Abzug der Herstellungskosten übrig bleibt. Verwaltungs- und Vertriebskosten gehen davon noch ab.

Unter dem Strich stand wie im Vorjahr wegen der Kosten für die milliardenschwere Alcatel-Lucent-Übernahme ein Verlust für die Aktionäre, der aber mit 488 Millionen Euro geringer ausfiel als vor einem Jahr mit 609 Millionen.

An ihren Prognosen halten die Finnen fest. Im kommenden Jahr sollen die Kosten dank eines Sparprogramms und der Fusion mit Alcatel-Lucent auf vergleichbarer Basis rund 1,2 Milliarden Euro niedriger liegen als 2015. Im laufenden Jahr peilt der Konzern bei der operativen Marge in der Netzwerksparte weiter einen Wert zwischen 8 und 10 Prozent an - im ersten Quartal erreichte Nokia hier erst 6,6 Prozent./men/stw/zb

(AWP)