Nordex-Vorstandschef erwartet Geschäftsbelebung im Sommer

Der neue Vorstandsvorsitzende des Windanlagenbauers Nordex erwartet nach einem eher durchwachsenen ersten Quartal eine Belebung des Geschäfts in den Sommermonaten. Er gehe von einem höheren "Aktivitäten-Niveau" aus, sagte José Louis Blanco auf der Hauptversammlung des Unternehmens am Dienstag in Rostock laut Redetext. So habe Nordex Vorräte auf Lager genommen, um die Lieferverpflichtungen erfüllen zu können. Die Jahresprognose bekräftigte er.
30.05.2017 10:10

Die Märkte seien weiterhin von Projektverschiebungen geprägt. Das habe im ersten Quartal Europa und den deutschen Markt betroffen, sagte Blanco. Hier spiele auch der Wechsel bei der Auftragsvergabe für Windkraftanlagen weg von den alten Fördersystemen hin zu Ausschreibungen eine Rolle. Dabei zeigte sich Blanco zuversichtlich, dass die Windkraftindustrie auch bei solchen Verfahren noch Geld verdienen könne.

Blanco warb vor den Aktionären auf seiner ersten Hauptversammlung als Nordex-Chef um Vertrauen. Er wolle Nordex so aufstellen, dass der Konzern nachhaltig profitabel wachsen könne. "Im Kern geht es darum, unsere Effizienz und damit unsere Ertragskraft zu erhöhen."

Projektverschiebungen in den unterschiedlichsten Märkten - wie etwa Südafrika, Brasilien oder Indien - hatten dazu geführt, das Nordex im Februar seine Prognosen für 2017 und 2018 senken musste. Es war die zweite Gewinnwarnung in Folge, einige Monate zuvor hatte das Unternehmen bereits die Prognose für 2016 kassiert. Die Aktionäre entzogen dem Management das Vertrauen, der Aktienkurs brach ein. An einem Tag verlor das Unternehmen mehr als eine halbe Milliarde Euro an Marktwert. Der damalige Chef Lars Bondo Krogsgaard trat daraufhin im März zurück.

Blanco war bei Nordex zuvor für das operative Geschäft zuständig und kommt vom spanischen Windanlagenhersteller Acciona, mit dem Nordex im vergangenen Jahr fusioniert war. Der Zusammenschluss mit Acciona sei "richtig und wichtig für unsere Zukunft" gewesen, sagte Blanco. "Denn wir müssen uns mit immer grösseren Wettbewerbern auseinandersetzen", spielte der Nordex-Chef etwa auf das Zusammengehen des Windgeschäft von Siemens mit der spanischen Gamesa an.

Nordex will nach der Fusion 30 Millionen Euro bis 2018 einsparen. Mit dem Zusammengehen mit Acciona haben sich die Geschäfte zudem verstärkt in die Schwellenländer verschoben. Derzeit erhöhe das Unternehmen den Fertigungs- und Beschaffungsanteil in Asien, sagte Blanco.

Nordex fühle sich gut gerüstet, die Ziele für 2017 zu erreichen, sagte der Firmenchef. Nordex erwartet einen Umsatzrückgang auf 3,1 bis 3,3 Milliarden Euro sowie eine operative Marge von 7,8 bis 8,2 Prozent./nas/das/stb

(AWP)