Novartis-Aktien fallen nach enttäuschenden Daten zu Serelaxin zurück

Ein Forschungs-Rückschlag bei Novartis belastet am Mittwochmorgen deren Aktien. Das Mittel Serelaxin zur Behandlung von akutem Herzversagen hat seine Studien-Ziele nicht erreicht. An der Börse reagieren Investoren entsprechend verschnupft. Immerhin hatten einige Analysten und auch Novartis selbst Hoffnung in das Mittel gesetzt. Einige Experten hatten ihm sogar Umsätze jenseits der Milliarden-Grenze und damit Blockbuster-Potenzial zugetraut.
22.03.2017 09:41

Gegen 9.30 Uhr kosten Novartis-Aktien 73,10 CHF. Das bedeutet einen Kursverlust von 1,8%. In den ersten Minuten waren die Papiere bis auf 72,50 CHF zurückgefallen. Der Leitindex SMI verliert zeitgleich 0,83%.

Analysten zeigen sich negativ überrascht. Wie etwa Eric Le Berrigaud von Bryan Garnier in seinem ersten Kommentar hervorhebt, hatte das Mittel in früheren ersten Studien nämlich überraschend gute Resultate erzielt. "Entsprechend enttäuscht muss man bei Novartis angesichts dieser Ergebnisse sein", kommentiert der Experte.

Zudem ruft er in Erinnerung, dass Novartis noch 2014 erklärt hatte, akutes Herzversagen solle neben der Onkologie, Dermatologie und Atemwegserkrankungen eines der Schwerpunktgebiete werden. Der Rückschlag bedeute nun, dass das bereits zugelassene Herzmittel Entresto diese Lücke ausfüllen müsse.

Hinzu komme, dass Novartis jüngst Atemwegserkrankungen von der obersten Prioritätenliste gestrichen hatte, zudem sei das Echo auf die Zulassung für das Krebsmittel Kisqali (LEE011) eher gemischt ausgefallen und auch bei BAF312 gegen Multiple Sklerose gebe es noch offene Fragen. Insgesamt sehe er damit eher wenig positive Treiber für die Aktie.

Etwas weniger kritisch zeigt sich der Jefferies-Analyst Jeffrey Holford in seiner Reaktion. Er betont, dass der Markt insgesamt eher niedriger Erwartungen an die Studie gehabt habe. Zu diesem Schluss kommt auch der ZKB-Analyst Michael Nawrath, der auf die eher niedrigen Konsens-Erwartungen abzielt.

Analyst Vincent Meunier ergänzt in seinem ersten Kommentar, dass er damit rechne, dass die durchschnittlichen EPS-Schätzungen im niedrigen einstelligen Bereich gesenkt werden könnten, da die Analysten nun Serelaxin mehr oder weniger komplett aus ihren Modellen streichen werden.

hr/cf

(AWP)