Novartis-Aktien nach Zahlen im Minus - Analysten eher freundlich

Bern (awp) - Novartis hat an sich mit seinem Quartalsbericht laut Analysten ganz gut abgeschnitten - zum Teil sogar die Erwartungen übertroffen. Dennoch drehen die Aktien nach einem freundlichen Start ins Minus und folgen damit dem Gesamtmarkt. Zuvor hatte der Pharmakonzern seinen Umsatz-Ausblick für 2016 zwar bestätigt, sich beim Gewinn aber etwas vorsichtiger geäussert.
19.07.2016 10:18

Novartis-Aktien kosten gegen 9.55 Uhr 78,75 CHF und damit 0,9% weniger. In den ersten Handelsminuten waren sie noch bis auf 80,80 CHF gestiegen, bevor sie dann einen Richtungswechsel vornahmen. In der gleichen Zeit hat der Gesamtmarkt seine Abschläge ausgeweitet. Der SMI steht zeitgleich um 0,77% tiefer.

Sowohl der Pharmakonzern als auch die Analysten hatten mit einem schwierigen zweiten Quartal gerechnet. Noch bei der Präsentation der Zahlen zum Auftaktquartal hatte das Management rund um CEO Joseph Jimenez geunkt, das zweite Quartal könne den Tiefpunkt in diesem Jahr bedeuten. Am Ende hat der Pharmakonzern laut Analysten aber solide bis etwas besser als erwartet abgeschnitten.

Dank eines starken Produktabsatzes und ersten Restrukturierungsfortschritten bei der Augensparte Alcon übertreffen Umsatz, EBIT und Reingewinn die Erwartungen teilweise deutlich. So schreibt etwa Stefan Schneider, Analyst bei Vontobel, Novartis habe mit seinen guten Zahlen die Erwartungen übertroffen. So sei der Hoffnungsträger Cosentyx auf gutem Weg, im laufenden Jahr die Umsatz-Schwelle von 1 Mrd USD zu überschreiten und damit zum Blockbuster zu werden.

Bei Kepler Cheuvreux hebt Analyst Davis Evans hervor, dass der Gewinn-Ausblick zwar etwas vorsichtiger formuliert wurde, Novartis damit aber nach wie vor im Rahmen der aktuellen Konsensschätzungen liege.

Über den angepassten Ausblick zeigt sich dagegen Deutsche-Bank-Analyst Tim Race überrascht. Er habe damit nicht zu diesem Zeitpunkt gerechnet, sondern eher etwas später. Gleichzeitig erscheine ihm die Entscheidung logisch, da der voraussichtlich niedrigere Gewinn mit erhöhten Ausgaben für die Markteinführung von Entresto erklärt werde. Dies seien in seinen Augen notwendige Ausgaben, ergänzt Race.

Er gehe von einer gemischten Reaktion der Investoren aus. Während einige Akteure dies grundsätzlich positiv bewerten könnten, dürften andere den Gewinnausblick als ein Ergebnis schlechter Geschäftsplanung interpretieren. Race betont hierzu, dass einige Investoren schon viel früher auf höhere Investitionen gedrängt haben, um die Entresto-Umsätze anzukurbeln.

hr/rw

(AWP)