Novartis baut Immun-Onkologie aus - Lizenzabkommen mit Xencor

(Meldung um Analystenkommentar und Aktienkurs ergänzt)
28.06.2016 09:55

Basel (awp) - Der Pharmakonzern Novartis treibt den Ausbau seine Immun-Onkologie (IO) voran. Mit der amerikanischen Xencor habe man eine Kooperations- und Lizenzvereinbarung für die Entwicklung bispezifischer Antikörper zur Behandlung von Krebs abgeschlossen, heisst es in einer Medienmitteilung vom Dienstag. Novartis und Xencor wollen unter anderem Behandlungsmöglichkeiten für akute myeloische Leukämie und B-Zell-Tumore entwickeln (CD3-Programme).

Novartis erhält zudem das Recht, vier weitere bispezifische Antikörper zu entwickeln und Technologien von Xencor für bis zehn Programme zu verwenden. Wie Novartis am Dienstag mitteilt, erhält Xencor eine Vorauszahlung von 150 Mio USD.

Die Kosten für die beiden CD3-Programme werde man sich teilen, heisst es weiter. Die kommerziellen Rechte an den beiden Programmen blieben in den USA bei Xencor, der Rest der Welt entfällt auf Novartis.

Traditionelle monoklonale Antikörper binden sich an ein einziges Antigen. Bispezifische Antikörper sind hingegen laut Novartis so konstruiert, dass sie zwei verschiedene Antigene erkennen können. Das mache sie möglicherweise effektiver bei der Behandlung komplexer Krankheiten.

Baader-Helvea-Analyst Bruno Bulic schreibt dazu in einem ersten Kommentar: Novartis schliesse seine Lücken in der IO über ein Lizenzabkommen. Die bispezifischen Antikörper passten gut in die Pipeline von Novartis. Ausserdem stütze es Novartis in seiner Ambition, bei der zweiten Welle in der IO eine führende Rolle zu spielen, so der Experte weiter.

Ähnlich klingt der Kommentar von Michael Nawrath, Analyst bei der ZKB. Die Zusammenarbeit sei zwar noch in einem frühen Stadium, die strategische Ausrichtung hin zu solchen Bispecifics sei aber richtig und vielversprechend.

An der Börse werden die Nachrichten in einem insgesamt positiven Umfeld verhalten freundlich aufgenommen. Nachdem Novartis-Aktien zum Handelsstart noch bis auf 76,75 CHF gestiegen sind, ist ihr Kursplus bis 9.45 Uhr auf 1,1% und 76,20 CHF zusammengeschmolzen. Allerdings entwickeln sich defensive Werte wie Pharmas an diesem Tag ohnehin etwas schlechter als der Gesamtmarkt. Der SMI steigt aktuell um 1,95%. Er hatte an den vorangegangenen beiden Handelstagen in Folge des Brexit deutlich an Wert verloren.

hr/ra/rw

(AWP)