Novartis bestätigt Fahrplan für Produktkandidaten - Sandoz behauptet Stellung

Der Pharmakonzern Novartis ist um Transparenz bemüht. Anlässlich seiner Investorenveranstaltung "Meet the Management" in Boston gibt der Konzern eine umfangreiche Übersicht über seine diversen Pipeline-Projekte und die weiteren Fahrpläne dafür. Auch über die Marktstellung der Generika-Tochter Sandoz, die Fortschritte der Augensparte Alcon und einige Finanzziele informiert der Konzern. Wirkliche Neuigkeiten hält der Pharmakonzern aber nicht bereit.
31.05.2017 10:59

Wie Novartis hervorhebt, bietet die Pipeline vor allem bei den weiter fortgeschrittenen Kandidaten bis zu 12 potenzielle Blockbuster. Für die Zeit 2017 bis 2020 stellt der Pharmakonzern in der Mitteilung bis zu 40 Zulassungsanaträge in der EU und den USA in Aussicht.

Bei der Generika-Tochter Sandoz bleibt der Konzern bei seinem früheren Ziel, bis 2020 insgesamt fünf Biosimilars auf dem Markt haben zu wollen. Biosimilars dürften zu einem der wichtigsten Wachstumstreiber werden, wie den Präsentationen für den Investoren-Anlass zu entnehmen ist. Passend hierzu teilte die Generika-Tochter am Mittwochmorgen separat mit, die beiden Biosimilars Adalimumab und Infliximab den EU-Gesundheitsbehörden zur Zulassung eingereicht zu haben.

PRALL GEFÜLLTE PHARMA-PIPELINE

In der Pharmasparte wiederum zählen Kandidaten wie das Krebsmittel Kisqali (LEE011), die personalisierte Zelltherapie CTL019 und SEG101 in der Onkologie zu den potenziellen Blockbustern. Für SEG101 (Crizanlizumab) zur Behandlung von Schmerzkrisen bei Sichelzellanämie (SCPC) stellt der Konzern laut Unterlagen einen Zulassungsantrag für das kommende Jahr in Aussicht.

Ebenfalls im kommenden Jahr, genauer gesagt in der ersten Jahreshälfte, will Novartis auch für das MS-Medikament BAF312 die US-Zulassung beantragen. Damit bestätigt das Unternehmen seinen Fahrplan von Ende April. BAF312 gehört zusammen mit dem weiteren MS-Mittel OMB157 (Ofatumumab) und AMG334 (Erenumab) zur Behandlung von Migräne zu den potenziellen Blockbustern aus dem Bereich der Neurowissenschaften.

WICHTIGE STUDIENERGEBNISSE IN DEN KOMMENDEN WOCHEN ZU ERWARTEN

Im Bereich der Herz-Kreislauferkrankungen billigt Novartis einmal dem Kandidaten ACZ885 (Canakinumab) sowie Entresto (LCZ696) in einer weiteren Indikation ein Umsatzpotenzial von mindestens einer Milliarde USD zu. Die CANTOS-Studie mit ACZ885 gehört denn auch zu den wichtigen Ereignissen auf Datenseite in diesem Jahr. Die Studie hat laut Präsentation die vorgegebene Zahl von Vorfällen erreicht und könne nun Mitte 2017 ausgewertet werden.

In der Immunologie und Dermatologie zählt der Pharmakonzern AIN457 (Cosentyx) zu deinem wichtigsten Kandidaten in der Pipeline. Daten für diese weitere Indikation des bereits zugelassenen Cosentyx sind im kommenden Jahr zu erwarten.

Im Bereich der Atemwegserkrankungen baut Novartis den Asthma-Präparaten QVM149 (Indacaterol, Glycopyrronium, Mometasone) und QAW030 (Fevipiprant) ein deutliches Umsatzpotenzial ein. In der Augenheilkunde wiederum setzt Novartis auf RTH258 (Brolucizumab) zur Behandlung von altersbedingter neovaskulärer Makula-Degeneration (AMD).

SANDOZ SPÜRT PREISDRUCK IN DEN USA

Soweit die Pharmasparte. Mit Blick auf die Generika-Tochter Sandoz ist den Präsentationen noch zu entnehmen, dass das laufende Jahr durch Gegenwind gekennzeichnet sei. Das liege nicht zuletzt an dem steigenden Preisdruck in den USA. An dem Umsatz-Ziel für das Gesamtjahr hält Novartis aber fest. Dieser soll für Sandoz in etwa auf Vorjahresebene liegen. Zudem habe die Verzögerung mit dem Biosimilar Glatopa frühere Pläne durcheinander gebracht. Der Grund für diese Verzögerung ist eine Warnung (Warning Letter) der US-Gesundheitsbehörde FDA an Pfizer. Wie Novartis erklärt, sei eine Markteinführung zwar weiterhin noch 2017 möglich, aber eher unwahrscheinlich.

Zur Augensparte Alcon bleibt Novartis grundsätzlich dabei, die weitere Zukunft der Sparte bis Ende dieses Jahres überprüfen zu wollen. Gleichzeitig ist den Unterlagen zu entnehmen, dass die Sparte auf gutem Weg sei, zu langfristigem Wachstum zurückzufinden. Im ersten Quartal 2017 habe die Sparte beim Umsatz wieder ein leichtes Plus erzielt.

Auf Konzernebene betont Novartis zuletzt ausgesprochene Ziele. So hält man daran fest, bis 2020 eine Milliarde US-Dollar einsparen zu wollen. Mit Blick auf Übernahmen bleibt es dabei, dass Novartis sich auf Bolt-Ons, also Ergänzungs-Zukäufe stützen werde. Ziel sei es, aus eigener Kraft zu wachsen.

hr/ra

(AWP)