Novartis erhält für Kisqali EU-Zulassung zur Erstlinienbehandlung von Brustkrebs

(Mit weiteren Details, Analystenkommentaren und Aktienkurs ergänzt) - Der Pharmakonzern Novartis hat für sein Krebsmedikament Kisqali nun auch grünes Licht von der EU-Kommission erhalten. Das Mittel darf als Erstlinien-Therapie bei Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasierendem HR+/HER2-Brustkrebs in Kombination mit einem Aromatase-Inhibitor verschrieben werden, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte.
24.08.2017 10:50

Eine grosse Überraschung ist dies allerdings nicht, hatte doch der EU-Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) bereits Ende Juni eine positive Empfehlung für das Präparat in der genannten Indikation ausgegeben. In den USA ist das Mittel bereits zugelassen.

ZKB-Analyst Michael Nawrath wertet die News als insgesamt positiv. Kisqali gehöre zur neuen Wirkstoffklasse der cdk-4/6-Zellzyklus-Inhibitoren. Pfizer sei mit seinem Ibrance allerdings fast zwei Jahre früher auf diesem neuen Markt, und Mitbewerberin Lilly stehe mit ihrem Abemaciclib auch kurz vor der Zulassung eines dann dritten Vertreters dieser Inhibitoren.

Wirksamkeit und Label seien bei den Produkten von Pfizer und Novartis sehr ähnlich, so Nawrath. Letztere habe den Vorteil, mit jedem Aromatase-Hemmer kombiniert werden zu können, was Ärzten mehr Spielraum lasse. Zudem sei es kostengünstiger, weshalb er mit der Eroberung von Marktanteilen rechnet. Im Peak sieht er Umsätze von 2,5 Mrd USD.

Sein Berufskollege von der Bank Vontobel, Stefan Schneider, prognostiziert einen Spitzenumsatz von 1,6 Mrd USD. Die Zulassung sei erwartet worden, daher sei eine Änderung der Schätzungen nicht erforderlich. Er stuft die Novartis-Aktie weiterhin mit "Hold" ein bei einem Kursziel von 81,00 CHF. ZKB-Analyst Nawrath votiert weiterhin für "Marktgewichten".

An der Börse werfen die News keine grossen Wellen. Novartis stehen kurz vor 10 Uhr 0,1% tiefer bei 80,50 CHF, während sich auch der am SMI gemessene Gesamtmarkt nicht gross bewegt (+0,06%).

ra/cp

(AWP)