Novartis erzielt mit Zelltherapie Erfolg - Baut Zusammenarbeit bei NASH aus

(Meldungen zusammengeführt und um Details und Kursreaktion ergänzt) - Novartis kann mit seinem Produktkandidaten CTL019 einen weiteren Erfolg verbuchen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat dieser CAR-T-Zelltherapie (Chimeric Antigen Receptor-Therapie) zur Behandlung von Patienten mit wiederkehrendem/therapieresistentem diffusem grosszelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL), bei denen zwei oder mehr Therapien bislang nicht angeschlagen haben, den Status "Therapiedurchbruch" erteilt.
18.04.2017 10:22

Bei DLBCL handelt es sich um eine seltene und aggressive Krebsart, bei der es bislang nur wenige Behandlungsmöglichkeiten gibt, wie es in einer Medienmitteilung vom Dienstag heisst. Damit habe CTL019 den Status Therapiedurchbruch (Breakthrough Therapy) in einer zweiten Indikation erhalten. Die FDA hatte diesen Status auch bei der Behandlung von Kindern und jungen Erwachsenen mit akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) zugesprochen. Ende März hatte die Behörde dieser CAR-T-Zelltherapie dann ein beschleunigtes Zulassungsverfahren (Priority Review) erteilt.

ALTERNATIVER ANSATZ FÜR IMMUN-THERAPIE

Es handelt sich um einen alternativen Ansatz in der Immun-Therapie. Dabei entnehmen Ärzte T-Zellen, modifizieren sie und injizieren sie den Patienten zurück in der Hoffnung, den Krebs wirkungsvoller zu bekämpfen.

Fortschritte in der Entwicklung von CTL019 seien nicht zuletzt der Zusammenarbeit mit der University of Pennsylvania zu verdanken, schreibt Novartis weiter. Dabei habe die Universität CTL019 zuerst entwickelt. Im Jahr 2012 ist Novartis dann eine Zusammenarbeit mit der Hochschule eingegangen, mit dem Ziel weitere CAR-T-Zelltherapien zu entwickeln.

ZUSAMMENARBEIT MIT ALLERGAN AUSGEWEITET

Um eine Zusammenarbeit geht es auch in der zweiten Neuigkeit des Pharmakonzerns. Wie Novartis ebenfalls am Dienstag veröffentlichte, soll die Forschungs-Zusammenarbeit mit Allergan bei der Entwicklung eines Wirkstoffs gegen die Krankheit NASH ausgebaut werden. NASH (non-alcoholic steatohepatitis) ist eine progressive Form einer nicht Alkohol-bedingten Verfettung der Leber. Derzeit gebe es gegen NASH keine zugelassene Behandlung. NASH sei aber einer der Hauptgründe für Lebererkrankungen und die Hauptursache für Lebertransplantationen bei Personen unter 50 Jahren in den USA.

Mit einer klinischen Studie der Phase-IIb sollen der FXR-Agonist von Novartis sowie das Medikament Cenicriviroc von Allergan in einer Kombinationstherapie für den Einsatz gegen die Krankheit getestet werden. Finanzielle Angaben zu dieser Zusammenarbeit werden keine gemacht.

Novartis untersucht bereits verschiedene Einzel- und Kombinationstherapien für die Behandlung von NASH in allen Stadien. Zuletzt hatte der Konzern immer wieder deutlich gemacht, dass er der Behandlung dieser Krankheit bei seinen Forschungsanstrengungen eine erhöhte Priorität beimisst. Das liegt nicht zuletzt daran, dass aufgrund der demographischen Veränderungen mit einem deutlichen Anstieg bei der Zahl der NASH-Patienten zu rechnen ist.

An der Börse dagegen fällt die Reaktion eher verhalten aus. Novartis-Aktien fallen gegen 10.05 Uhr um 0,5% auf 73,50 CHF zurück, der Gesamtmarkt (SPI) gibt gleichzeitig um 0,44% nach.

hr/tp

(AWP)