Novartis hält Umsatz in Q3 stabil - Entscheid zu Alcon verschoben

Beim Pharmakonzern Novartis scheint die Zeit der besonders belastenden Nachrichten erst einmal Vergangenheit zu sein. So hat der Konzern im dritten Quartal bei Umsatz und Gewinn leicht über den Erwartungen abgeschnitten. Gespannter haben die Investoren aber noch auf die Aussagen zur Zukunft der Augensparte Alcon gewartet. Der diesbezügliche strategische Entscheid wird indes erst später gefällt.
24.10.2017 07:24

Auf Zahlenseite weist Novartis für das dritte Quartal einen Umsatz in Höhe von 12,41 Mrd USD aus, ein Plus von 2% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) ergab sich ein Zuwachs von ebenfalls 2%.

Das operative Ergebnis beziffert Novartis auf 2,36 Mrd USD, was eine Steigerung von 4% (+6% kWk) gegenüber dem dritten Quartal 2016 bedeutet. Der Reingewinn des fortgeführten Geschäftes nahm um 7% (+10% kWk) auf 2,08 Mrd zu.

Das operative Kern-Ergebnis hat sich im Berichtszeitraum bei 3,38 Mrd (+1% kWk) gegenüber dem Vorjahr stabil gehalten. Den Kern-Reingewinn weist Novartis mit 3,02 Mrd (+3%; +4% kWk) aus. Die "Kern"-Zahlen sind bereinigt um Akquisitions- und weitere bedeutende Sondereffekte.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Novartis die durchschnittlichen Schätzungen der von AWP befragten Analysten grösstenteils leicht übertroffen. Diese hatten im Schnitt einen Umsatz in Höhe von gut 12,27 Mrd USD erwartet. Beim Kern-EBIT lagen sie bei 3,38 Mrd.

"Der Konzern erzielte einen soliden Umsatz mit Zuwächsen in allen Divisionen, wobei Alcon sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Kernergebnis kräftig zulegte", wird der noch bis Ende Januar 2018 amtierende CEO Joseph Jimenez in der Mitteilung zitiert. "Damit sind wir auf dem besten Weg, unsere Prognosen für das Gesamtjahr zu erfüllen und sehen zuversichtlich unserer Wachstumsphase entgegen"

KONZERNAUSBLICK FÜR 2017 BEKRÄFTIGT

Mit Blick auf das Gesamtjahr bestätigt Novartis den Ausblick für den Gesamtkonzern. So wird zu konstanten Wechselkursen weiter ein Nettoumsatz weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres erwartet, wobei die Einbussen durch Generikakonkurrenz, einschliesslich weiterer generischer Versionen von Glivec/Gleevec in den USA und Europa, wettgemacht werden. Das operative Kernergebnis dürfte weitgehend auf Vorjahresniveau liegen oder um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz (kWk) zurückgehen.

Seine Wechselkurserwartungen hat Novartis etwas angepasst und rechnet nun von dieser Seite mit einem unerheblichen Effekt auf den Nettoumsatz (bisher -1%) bzw. einem negativen Effekt von 1 Prozentpunkt auf das operative Kernergebnis (bisher -2%).

Für die Division Innovative Medicines hebt Novartis den Ausblick an. Neu wird zu konstanten Wechselkursen eine leichte Umsatzsteigerung erwartet. Bislang wurde ein Umsatz weitgehend auf Vorjahresniveau oder eine leichte Steigerung prognostiziert.

Gesenkt wird dagegen die Prognose für Sandoz. Hier geht das Management neu von einem Umsatz weitgehend auf Vorjahresniveau oder einem leichten Rückgang aus (alte Prognose: Umsatz weitgehend auf Vorjahresniveau). Für Alcon wird die zum Halbjahr angehobene Guidance eines Umsatzwachstums im niedrigen einstelligen Prozentbereich bekräftigt.

SIGNIFIKANTE FORTSCHRITTE BEI ÜBERPRÜFUNG ALCON - KEIN ENTSCHEID

Bei der strategischen Überprüfung der Augenheilsparte Alcon hat Novartis nach eigenen Angaben signifikante Fortschritte erzielt. Alle Möglichkeiten sei geprüft worden, von der Weiterführung des Geschäfts bis zu einer Neuemission oder Abspaltung, hiess es dazu im Communiqué. Novartis hält fest, dass Alcon über das nötige Potenzial verfüge, um den Umsatz gemäss oder über der Marktentwicklung zu steigern und dabei eine Rentabilität zumindest auf Branchenniveau zu erzielen.

Die strategische Überprüfung deute darauf hin, dass die Schaffung eines eigenständigen Unternehmens über eine Kapitalmarkttransaktion zusätzlichen Mehrwert für die Aktionäre generieren könnte, schreibt Novartis. Eine mögliche Transaktion wird indes nicht vor dem ersten Halbjahr 2019 stattfinden, da die Schlüsselkriterien für eine endgültige Entscheidung von der Entwicklung von Umsatz und Margen in mehreren Quartalen abhänge.

Kurzfristig werde die Augenheilsparte davon profitieren, dass sie sich auf den Wiederaufschwung der Performance fokussieren könne, schreibt Novartis.

Darüber hinaus hat Novartis die Entscheidung getroffen, die nicht verschreibungspflichtigen ophthalmologischen Pharmazeutika (Umsatz 2016: 0,7 Mrd) mit Wirkung zum 1. Januar 2018 auf die Division Alcon zu übertragen. Dort schaffen die Produkte nach Ansicht des Unternehmens den grössten Mehrwert.

hr/gab/jr

(AWP)