Novartis-Malariapräparat KAF156 mit positiven Daten - Kommerzieller Erfolg klein

(Ausführliche Fassung; wiederholt mit Schlusskurs)
22.09.2016 17:42

Basel (awp) - Neue Hoffnung für Malaria-Patienten: Der Pharmakonzerns Novartis konnte in einer Studie die Wirksamkeit eines neuen Medikaments nachweisen. Das Präparat KAF156 habe sich in der Behandlung von Malariainfektionen, die gegenüber den derzeit erhältlichen Therapien resistent sind, als effektiv erwiesen, schreibt der Konzern in einer Mitteilung am Donnerstag. Die Daten wurden in der jüngsten Ausgabe des New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Dieses neuartige Malaria-Medikament habe Wirksamkeit im Kampf gegen den Parasiten sowohl in seinem Blut- als auch in seinem Leberstadium gezeigt, heisst es weiter. Das Präparat befindet sich in der Phase IIb. Es wird von Novartis zusammen mit Medicines for Malaria Venture (MMV) und mit der Unterstützung der Bill & Melinda Gates Stiftung entwickelt.

An Malaria sterben jährlich weltweit fast eine halbe Million Menschen, mehrheitlich Kinder. Vor allem im Mekong-Delta haben sich Resistenzen gegen herkömmliche Therapien gebildet, die sich von dort aus nach Afrika und Indien ausbreiten.

Die ZKB meint in einem Kommentar dazu, dass Novartis mit KAF156 nun nach einer gross angelegten Phase-III-Studie "eine neue Waffe im Kampf gegen diese in weiten Teilen der Welt grassierende Infektion" anbieten könne und fügt hinzu, dass der Pharmariese von den weltweit vier grossen Entwicklungsgruppen zur Malariabehandlung zwei davon anführe. Der kommerzielle Aspekt des Medikaments stehe "indes eher im Hintergrund", weil die Industrie diese oft zum Selbstkostenpreis liefere. Deshalb schätzt die Bank die Nachricht nur leicht positiv für die Aktie ein.

An der Börse hat die Nachricht dementsprechend wenig ausgelöst. Die Novartis-Titel schlossen 0,4% im Plus bei 79,25 CHF, während der Gesamtmarkt (SMI) 1,0% höher aus dem Handel ging.

sta/uh

(AWP)