Novartis-Manager schliesst Verkauf von Augenheil-Sparte nicht aus

Zürich (awp/sda/reu) - Ein Top-Manager des Schweizer Pharmakonzerns Novartis hat einen Verkauf der Augenheil-Sparte Alcon nicht ausgeschlossen. Als führender Ausrüster für Augenoperationen erfülle Alcon zwar die strategische Vorgabe, sich auf Geschäftsbereiche zu konzentrieren, in denen man zu den Marktführern gehöre.
15.09.2016 17:06

Das sagte der Leiter der Rechtsabteilung, Felix Ehrat, am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Wirtschaftszeitung "Finanz und Wirtschaft" zum Thema Übernahmen und Zusammenschlüsse. Es wäre aber unklug, eine Trennung von Alcon auszuschliessen. "Sag niemals nie", erklärte Ehrat.

Novartis-Chef Joseph Jimenez will die Augenheil-Sparte mit einem Umbau und zusätzlichen Investitionen zurück auf den Wachstumskurs bringen. Alcon soll sich unter dem neuen Spartenchef Mike Ball auf die Augenchirurgie und das Geschäft mit Kontaktlinsen konzentrieren.

Die Ertragsschwäche und die starke Ausrichtung auf die Medizintechnik treiben immer wieder Spekulationen an, dass sich der Konzern aus Basel von der Sparte trennen könnte. "Alcon wird entweder in Ordnung gebracht oder verkauft", erklärte etwa David Evans, Analyst beim Broker KeplerCheuvreux, jüngst in einer Studie.

Alcon kämpft seit 2014 mit rückläufigen Umsätzen. Die von Novartis vor rund sechs Jahren für 51 Mrd USD vom Lebensmittelkonzern Nestlé übernommene Firma leidet stark unter Konkurrenz und hat teilweise den Anschluss verloren. Ehrat räumte ein, dass bei der Integration des sehr amerikanisch geprägten Unternehmens nicht alles optimal gelaufen sein könnte. Alcons Geschäftsmodell unterscheidet sich stark vom Pharmageschäft das Arzneimittelherstellers.

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(AWP)