Novartis mit mehr Licht als Schatten in Q3 - Generikaeinfluss milder

(Meldung ausgebaut)
25.10.2016 09:33

Basel (awp) - Novartis hat mit seinen Zahlen zum dritten Quartal die eigenen Erwartungen erfüllt. Auch seine selbst gesteckten Prioritäten hat das Unternehmen weiter umgesetzt. Dazu zählen neben soliden Finanzergebnissen verstärkte Innovationsbemühungen. Den negativen Einfluss durch Generika sieht CEO Joseph Jimenez zudem für das Gesamtjahr etwas weniger stark als bisher. An der Börse fällt die erste Reaktion dennoch vorsichtig aus.

Noch im Sommer hatte der CEO den erwarteten negativen Einfluss durch Generika auf mehr als 3 Mrd USD beziffert. An diesem Donnerstag erklärt der Manager nach der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal, er gehe nun davon aus, dass dieser Einfluss etwas weniger stark ausfallen werde und auf Jahressicht keine 3 Mrd US ausmachen werde. Darüber hinaus zeigt sich der Manager überzeugt, dass der Pharmakonzern mit seinen Wachstumsträgern auch im Schlussquartal an die Erfolge des dritten Quartals anknüpfen kann. Zu den Wachstumstreibern zählt Novartis unter anderem seine Mittel Gilenya, Tasigna und Cosentyx.

GLEEVEC-UMSATZ HÖHER ALS ERWARTET

Für den Zeitraum Juli bis September weist Novartis einen Umsatz von 12,13 Mrd USD aus, ein Minus von 1%. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) ergab sich ebenfalls ein Minus von 1%. Dieses Abschneiden verdanke der Pharmakonzern nicht zuletzt seiner Innovationskraft. Durch sie seien die negativen Umsatzeinflüsse durch Generika-Konkurrenz ausgeglichen worden. Dass am Ende dennoch ein Minus zu Buche steht, liegt an den Preissenkungen, die auf Umsatzseite zwei weitere Prozentpunkte kosteten.

Konkret hat Novartis vor allem mit seinem Leukämie-Mittel Gleevec im dritten Quartal besser abgeschnitten als am Markt erwartet. Für den Blockbuster gibt es bereits Nachahmerpräparate, die zu einer Erosion der Umsätze führen. Mit Erlösen von 834 Mio USD hat Novartis im dritten Quartal aber weniger stark unter dem Generika-Einfluss gelitten. Zum Vergleich: Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 738 Mio USD gerechnet.

NEU EINGEFÜHRTE MITTEL FALLEN ETWAS ZURÜCK

Die beiden neu eingeführten Mittel Cosentyx gegen Psoriasis und das Herzmittel-Entresto kamen derweil nicht ganz an die durchschnittlichen Umsatzerwartungen heran. Gerade Entresto hinkt seit der Einführung im vergangenen Jahr den Erwartungen hinterher. Im Sommer hatte CEO Jimenez dann eine Verstärkung der Vertriebs-Teams angekündigt. "Dieser Effekt wird sich erst nach und nach zeigen, aber ich bin sicher, dass die Verstärkung sich spätestens nach sechs Monaten klar bemerkbar machen sollte", kündigte er an der Konferenz an. Cosentyx hingegen ist laut Jimenez "auf gutem Weg zum Blockbuster-Status im ersten vollen Jahr nach der Zulassung."

Insgesamt steuerte die Sparte Innovative Medicines 8,17 Mrd USD zum Gesamtumsatz bei (-1%; -1% kWk). Die Generika-Tochter Sandoz liegt mit ihren Erlösen von 2,52 Mrd USD um 1% (-1% kWk) unter dem Vorjahreswert sowie knapp unter den durchschnittlichen Analystenerwartungen. Die Augensparte Alcon schneidet mit einem Umsatz von 1,44 Mrd USD (-2%; -3% kWk) in etwa wie erwartet ab.

PHARMA-SPARTE MIT GEWINNPLUS

Das operative Kern-Ergebnis weist Novartis mit 3,38 Mrd (-3%; -3% kWk) aus. Kern-Zahlen sind bereinigt um Abschreibungen auf immateriellen Vermögenswerten, den Einfluss akquisitionsbedingter Faktoren und andere wesentliche Sonderpositionen. Mit einem Plus von 8% (+9% kWk) steigerte die Sparte Innovative Medicines ihr operatives Ergebnis besonders deutlich.

Die Augensparte Alcon dagegen verzeichnete beim Umsatz einen leichten Rückgang und wies unter dem Strich ein Minus aus, nachdem im Vorjahr noch ein knapper Gewinn zu Buche stand. Er sehe trotz des leichten Rückgangs Anzeichen, dass es nach vorne gehe, so Jimenez. Gerade das Geschäft mit Kontaktlinsen habe in den vergangenen drei Monaten ein etwas besseres Momentum gezeigt. Zu Beginn des kommenden Jahres dürfte dies noch besser sichtbar werden.

AUSBLICK BESTÄTIGT

Mit Blick auf das Gesamtjahr bestätigt Novartis den bisherigen Ausblick, wonach der Nettoumsatz zu konstanten Wechselkursen weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres liegen soll. Das Kernergebnis sieht Novartis weiterhin etwa auf Vorjahresniveau oder um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz tiefer.

Die Auswirkungen der Wechselkurse auf das Gesamtjahr gesehen beziffert Novartis weiter mit -1% beim Umsatz und weiter mit -3% beim operativen Kernergebnis.

An der Börse werden die Zahlen vorsichtig aufgenommen. Gegen 9.20 Uhr fallen die Papiere um 0,8% auf 74,00 CHF zurück. Der Leitindex SMI bewegt sich derweil mit +0,08% kaum von der Stelle.

hr/gab

(AWP)