Novartis mit moderatem Umsatzrückgang, Gewinn tiefer in Q1 - Ausblick bestätigt

Der Pharmakonzern Novartis hat auch im ersten Quartal 2017 mit zahlreichen Belastungsfaktoren zu kämpfen gehabt. Entsprechend weist das Unternehmen bei Umsatz und Gewinn einen Rückgang aus. Diese Entwicklung kommt aber nicht ganz unerwartet, das Management hatte Investoren bereits bei der Vorlage der Jahreszahlen auf einen schwächeren Auftakt vorbereitet. Auf Konzernebene bestätigt Novartis den Ausblick für das Gesamtjahr in der Medienmitteilung vom Dienstag.
25.04.2017 07:22

Der Nettoumsatz beläuft sich in der Berichtswährung US-Dollar auf 11,54 Mrd USD, ein Minus von 1% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) ergab sich ein Anstieg um 2%. Hierzu trug die grösste Sparte Innovative Medicines Erlöse in Höhe von 7,69 Mrd (-/+0% in USD; +2% kWk).

Das operative Ergebnis beziffert der Pharmakonzern mit 1,92 Mrd USD, ein Rückgang 22% (-19% kWk). Der Reingewinn des fortgeführten Geschäftes nahm um 17% auf knapp 1,66 Mrd ab. Das operative Kern-Ergebnis ist im Berichtszeitraum auf 3,01 Mrd (-8%; -5% kWk) abgeschmolzen und der Kern-Reingewinn auf 2,69 Mrd (-4%; -1% kWk). Die "Kern"-Zahlen sind bereinigt um Akquisitions- und weitere bedeutende Sondereffekte.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Novartis die durchschnittlichen Schätzungen der von AWP befragten Analysten zum Teil knapp verfehlt und zum Teil minimal übertroffen. Diese hatten im Schnitt einen Umsatz in Höhe von gut 11,6 Mrd USD erwartet. Beim Kern-EBIT und -Reingewinn lagen sie bei 3,03 Mrd und 2,62 Mrd.

"Novartis hat im ersten Quartal erneut eine solide Performance vorzuweisen", wird CEO Joseph Jimenez in der Mitteilung zitiert. Wachstumstreiber wie Cosentyx und Entresto hätten die Einbussen durch Generika (vor allem bei Glivec) mehr als wettmachen können.

UMSATZGUIDANCE FÜR INNOVATIVE MEDICINES UND SANDOZ ANGEPASST

Beim Ausblick bestätigt der Konzern zwar die Ziele für die Gruppe, angepasst hat Novartis aber die Umsatz-Guidance für die Divisionen Innovative Medicines und Sandoz. Auf Gruppenebene wird zu konstanten Wechselkursen weiter ein Nettoumsatz weitgehend auf dem Niveau des Vorjahres erwartet. Das operative Kernergebnis dürfte weitgehend auf Vorjahresniveau liegen oder um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz (kWk) zurückgehen.

Bei der Kernsparte Innovative Medicines wird die Messlatte etwas höher gelegt: So wird neu ein Umsatz weitgehend auf Vorjahresniveau oder aber eine leichte Steigerung erwartet. Bislang sah Novartis den Umsatz 2017 weitgehend auf Vorjahresniveau. Für Sandoz wird aufgrund der Verzögerung bei Glatopa 40mg in den USA der Umsatz neu weitgehend auf Vorjahresniveau gesehen. Bislang wollte die Gruppe hier einen Zuwachs im niedrigen einstelligen Prozentbereich erreichen.

Für Alcon wird der Umsatz 2017 weiterhin auf Vorjahresniveau oder aber im niedrigen einstelligen Prozentbereich höher erwartet. Wie Novartis weiter schreibt, befindet sich der Wachstumsplan von Alcon auf Kurs. Die Division beschleunige weiterhin die Innovation, stärke die Kundenbeziehungen und verbessere die Geschäftsabläufe.

Im Januar 2017 hatte Novartis eine strategische Überprüfung von Alcon angekündigt, in deren Rahmen Optionen zur Maximierung des Shareholder-Value der Division geprüft werden. Über die Ergebnisse werde voraussichtlich gegen Ende 2017 informiert, wiederholt der Konzern die damalige Sprachregelung.

Die Auswirkungen der Wechselkurse schätzt Novartis wie zuvor ein. Demnach rechnet der Konzern mit einem negativen Währungseffekt von 2% auf den Umsatz beziehungsweise von -3% auf das operative Kernergebnis des Gesamtjahres.

hr/gab

(AWP)