Novartis stösst mit Augenmittel Lucentis in GB offenbar auf Gegenwehr

Novartis stösst mit seinem Augenmittel Lucentis bei Medizinern in Grossbritannien auf Gegenwehr. Wie aus einem Beitrag auf der Website der Fachpublikation "British Medical Journal" vom Mittwoch hervorgeht, empfiehlt eine Gruppe von britischen Medizinern, bei der Behandlung der Augenkrankheit AMD (Altersabhängige Makuladegeneration) auf das Roche-Mittel Avastin zu setzen, statt etwa Lucentis von Novartis oder das Bayer-Mittel Eylea zu benutzen.
01.11.2017 09:47

Wie aus dem Fachbeitrag von David Hambleton, Leiter einer regionalen sogenannten "Clinical Commissioning Group" (CCG), hervorgeht, planen 12 dieser CCGs Roches Avastin künftig als die bevorzugte Therapie anzubieten - auch wenn das Mittel in dieser Indikation nicht lizensiert sei.

Diese CCGs können von Krankenhäusern, General Practitioners oder auch von privaten Einrichtungen gebildet werden. Sie sind für die Sicherstellung der Versorgung zuständig. Sie sind sowohl Finanzierungsträger als auch Leistungserbringer.

Wie es in dem Beitrag weiter heisst, könne damit den Patienten nicht nur eine grössere Auswahl an Behandlungsmöglichkeiten geboten werden. Vielmehr könnte auch so der Kostenaufwand für das britische Gesundheitssystem NHS in den kommenden fünf Jahren um umgerechnet bis zu 15 Mio EUR gesenkt werden.

In einer Stellungnahme, die AWP vorliegt, äussert Novartis Zweifel daran, ob die Entscheidung der CCGs, Avastin künftig als bevorzugte Behandlung einzusetzen, mit dem britischen und europäischen Regelwerk vereinbar ist, das unter anderem darauf ausgerichtet ist, Patienten durch eine gezielte Behandlung zu schützen. So dürfe ein nicht lizensiertes Mittel nur dann für andere Indikationen eingesetzt werden, wenn damit ein grosser medizinischer Bedarf gestillt werde.

Zudem hebt Novartis in der Stellungnahem hervor, dass nicht lizensierte Mittel nicht den gleichen regulatorischen Weg durchlaufen sind, wie die speziell zugelassenen Behandlungsmethoden.

hr/ra

(AWP)