Novartis streicht über 2'000 Stellen in der Schweiz

(Meldung um weitere Details ausgebaut) - Novartis will in der Schweiz rund 2'150 Stellen innerhalb von vier Jahren abbauen. Davon ist vor allem die Produktion in Basel, Schweizerhalle, Stein und Locarno betroffen. Hier sollen annähernd 1'500 Stellen wegfallen. Weitere 700 Stellen im Dienstleistungsbereich werden ins Ausland verlagert.
25.09.2018 08:30

Wie Novartis in einer Medienmitteilung vom Dienstag betont, würden im Gegenzug etwa 450 neue Stellen geschaffen. Diese Massnahme hatte der Konzern bereits kürzlich angekündigt. Geplant ist der Aufbau einer Fertigungsstätte für Zell- und Gentherapien in Stein.

Der Abbau soll gestaffelt über vier Jahre erfolgen. Novartis habe seine Arbeitnehmervertretungen und das Management zu Gesprächen und Konsultationen eingeladen.

Sozialplan und Umschulungen

"Wir wissen, was die heutige Ankündigung für die potenziell betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihre Familien bedeutet", liess sich Konzernchef Vas Narasimhan im Communiqué zitieren. Novartis wolle allen Betroffenen die volle Unterstützung zukommen lassen.

Konkret spricht der Konzern von einem Jobcenter für interne und externe Neuanstellungen, einem Sozialplan und Frühpensionierungsplänen. Zudem sollen so viele der Betroffenen wie möglich umgeschult werden, damit sie in der neuen Fertigungsanlage für Zell- und Gentherapien in Stein arbeiten können.

Gerade mit Blick auf den Stellenabbau am Produktionsstandort Schweizerhalle verweist der Konzern gegenüber AWP auf die Veränderungen im Produktportfolio. So sei der Standort unter anderem stark in die Fertigung des Mittels Glivec involviert. Mit dem Ablauf des Patentschutzes hierfür und den folgenden Nachahmerprodukten habe Glivec an Bedeutung innerhalb des Produktportfolios eingebüsst.

Dem Standort Schweiz bleibe Novartis aber weiter verpflichtet, sagte Narasimhan weiter. Nach der Umsetzung des Abbaus und der Abspaltung der Augensparte Alcon sollen in der Schweiz ungefähr 10 Prozent der weltweit tätigen Arbeitskräfte von Novartis angestellt sein. Dabei würden wichtige Geschäftsfelder wie die Forschung und Entwicklung auch weiterhin hier verankert bleiben. Heute arbeiten global rund 125'000 Menschen für den Konzern.

Ziel: Effizienz steigern

Mit den Abbauplänen will der Pharmakonzern die Effektivität und Effizienz erhöhen. Bei der Produktion will Novartis vermehrt in neuartige Fertigungsplattformen investieren und von traditionelleren Fertigungstechnologien wegkommen. In diesem Zusammenhang hat Novartis bereits Anpassungen in Japan, USA und anderen Ländern angekündigt.

Wie es von Novartis heisst, sind die Massnahmen auch nötig, um Überkapazitäten in der Produktion abzubauen. Am Ende des Prozesses werde es keine 66 Fertigungsanlagen mehr geben. Wie vom Unternehmen weiter zu erfahren ist, werden bestimmte Prozesse auch an externe Anbieter ausgelagert werden.

Weiter ist vom Unternehmen zu hören, dass die angekündigten Stellenstreichungen auf Ankündigungen aus dem Jahr 2016 zurückgehen. Seinerzeit hatte das Unternehmen mitgeteilt, im Produktionsnetzwerk bis zu eine Milliarde US-Dollar einsparen zu wollen. Die jetzt kommunizierten Pläne seien Teil davon.

Dienstleistungen sollen zentralisiert werden

Was die Verlagerungen von Dienstleistungsaufgaben betrifft, gehen diese letztlich auf einen Entscheid von Novartis aus dem Jahr 2014 zurück. Damals schuf der Konzern die Business Services-Organisation.

Um interne Dienstleistungen zu tiefen Kosten anbieten zu können, baute Novartis fünf globale Servicezentren in Dublin (Irland), Hyderabad (Indien), Kuala Lumpur (Malaysia), Mexico City (Mexiko) und Prag (Tschechische Republik) auf. Nun sollen sowohl Führungs- wie auch normale Positionen in diese Servicezentren verlagert werden. Diese Verlagerungen werden vor allem den Campus Basel betreffen.

Wie der Konzern gegenüber AWP betont, sei kein grosser Kehraus oder eine erste grosse Welle geplant. Man werde nun erst einmal mit allen betroffenen Parteien in die Konsultation gehen.

tt/hr/tp

(AWP)

 
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