Novartis verschiebt Entscheid über Zukunft von Alcon

Für den Entscheid über die weitere Zukunft der Augenheilsparte Alcon braucht Novartis noch mehr Zeit. Eine mögliche Transaktion sei nicht vor dem ersten Halbjahr 2019 wahrscheinlich, bestätigt CEO Joseph Jimenez am Dienstag Aussagen aus der Mitteilung zu den Quartalsergebnissen. Abhängig ist der Entscheid demnach von der weiteren Umsatz- und Margenentwicklung der Division. Laut Novartis könnte eine Loslösung von Alcon zusätzlichen Mehrwert für die Aktionäre generieren.
24.10.2017 08:36

Bei der strategischen Überprüfung von Alcon habe man signifikante Fortschritte erzielt, schreibt Novartis. Alle Möglichkeiten von der Weiterführung des Geschäfts bis zu einer Neuemission oder Abspaltung seien geprüft worden. Die dabei erfolgte Aktualisierung des strategischen Plans habe bestätigt, dass Alcon über das nötige Potenzial verfüge, um den Umsatz entlang oder über der Marktentwicklung zu steigern und eine Rentabilität zumindest auf Branchenniveau zu erreichen.

Die strategische Überprüfung von Alcon deutet nach Aussagen von Novartis zudem auch darauf hin, dass die Schaffung eines eigenständigen Unternehmens über eine Kapitalmarkttransaktion zusätzlichen Mehrwert für die Aktionäre generieren könnte. Bei der Entwicklung einer potenziellen Kapitalmarktlösung seien denn auch erhebliche Fortschritte erzielt worden.

Die Entscheidung über die Zukunft von Alcon wird aber auch von der Entwicklung der Division in den kommenden Quartalen abhängig gemacht, so dass eine Transaktion vor dem 1. Halbjahr 2019 nicht wahrscheinlich sei. Wie Jimenez an der Telefonkonfernez weiter ausführte, müsse sich insbesondere die Marge von Alcon für den endgültigen Entscheid weiter verbessern.

Die Ergebnisse im dritten Quartal und im bisherigen Jahresverlauf deuten gemäss Communiqué darauf hin, dass der Plan zur Wachstumsbeschleunigung bei Alcon bereits greifen. Kurzfristig werde die Division Alcon davon profitieren, dass sie auf den Wiederaufschwung der Performance fokussiere sowie die Infrastruktur und finanzielle Stärke von Novartis zu ihrem Vorteil nutze.

Weitere Details über eine mögliche Ablösung von Alcon machte Jimenez am Dienstag keine Angaben. Auch Pläne zum zukünftigen Alcon-Standort gebe es noch keine. Der Novartis-CEO liess aber durchblicken, dass insbesondere ein Börsengang von Alcon mit Ausgabe von Alcon-Anteilen an die Novartis-Aktionäre überlegt werde. Der Wert der Augenheilsparte hänge dabei von vielen Aspekten ab - zuerst müsse Alcon sich in den kommenden Quartalen noch beweisen.

WEITERHIN ROTE ZAHLEN

Im dritten Quartal stieg der Umsatz von Alcon um 6% respektive ohne Währungseinflüsse um 7% auf 1,5 Mrd USA. Dabei haben sowohl der Augenchirurgiebereich als auch der Bereich Vision Care in allen Regionen Zuwächse erzielen können. Bei der Augenchirurgiebereich betrug das Umsatzplus 9% (kWk), was isbesondere auf starke Zuwächse bei den Vitreoretinalprodukten zurückzuführen sei. Bei Vision Care trug insbesondere die Marke Dailies Total1 zum Wachstum von total 4% bei. Positiv auf die Zahlen wirkten sich bei Alcon auch der Abbau von Lagerbeständen aus - solche führten zu rund 2% Wachstum.

Trotz des Umsatzplus verzeichnete Alcon aber einen operativen Verlust von 50 Mio USD. Novartis begründet dies damit, dass die Umsatzsteigerungen durch Wertminderungen im Zusammenhang mit Entwicklungsaktivitäten absorbiert wurden. Das operative Kernergebnis stieg dank des Mehrumsatzes um 23% (kWk) auf 238 Mio USD. Die operative Kerngewinnmarge erhöhte sich um 2,1 Prozentpunkte.

Ab 2018 wird Novartis zudem die nicht verschreibungspflichtigen Augenheilkunde-Medikamente der Divison Innovative Medicines auf Alcon übertragen. Mit solchen wurden 2016 ein Umsatz von 0,7 Mrd USD erzielt. Bei Alcon würden diese Produkte in Ergänzung zum Vision-Care-Bereich den grössten Mehrwert schaffen, glaubt Novartis.

jr/hr

(AWP)