Oerlikon-Manager sehen Zusammenarbeit als Schlüssel für Additive Fertigung

Mit einem von Oerlikon organisierten Technologiekongress zum Thema Additive Fertigung (Additive Manufacturing, AM) will das Unternehmen eine Plattform schaffen, um dieses Wachstumssegment voranzubringen. Bei allem Enthusiasmus der teilnehmenden Firmen und Experten wurde eines deutlich: Die Möglichkeiten für diese neue Herstellungstechnik sind gewaltig. Klar wurde aber auch, dass es noch viele Hürden zu überwinden gibt, um ein wirklich industrielles Niveau zu erreichen.
13.10.2017 10:57

Mit den verschiedenen AM-Verfahren, die landläufig auch als 3D-Druck bezeichnet werden, können komplexe, am Computer entworfene Bauteile Schicht für Schicht in verschiedenen Metalllegierungen, Kunststoffen oder Sintermaterialien gefertigt werden.

Am Rande der Veranstaltung erläuterten CEO Roland Fischer und Verwaltungsratspräsident Michael Süss im Gespräch mit AWP die Gründe für das starke Engagement in diesen Bereich. Mit der Munich Technology Conference (MTC) habe das Unternehmen einen Anstoss zu mehr Austausch und Kooperation geben wollen. Nur durch Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten könne die Entwicklung im Additive Manufacturing vorangetrieben und beschleunigt werden.

"Wir haben gemerkt, dass alle Akteure in diesem Bereich auf der Suche nach Antworten auf immer die gleichen Fragen sind", sagte Oerlikon-CEO Fischer. Oerlikon sei ein mittlerer Player und ebenfalls auf Kooperation angewiesen, betonte VRP Süss. München sei als Veranstaltungsort gewählt worden, weil dort ein einzigartiges Cluster aus Unternehmen und Forschung existiere.

Mit einem ebenfalls in dieser Woche eröffneten Technologie- und Innovationszentrum will Oerlikon die Zusammenarbeit mit den Kunden verstärken. Derzeit arbeite man an rund 100 AM-Projekten. Dabei stehe aber nicht fest, ob sich daraus auch eine AM-Lösung entwickeln lasse.

Der vom Unternehmen zuletzt eingeschlagene Kurs beim Aufbau des Bereichs AM soll beibehalten werden, betonten die Manager. Einerseits investiere das Unternehmen in organisches Wachstum, andererseits sollen interessante Ergänzungen insbesondere mit Blick auf Know How akquiriert werden. Hier gehe man sehr gezielt und überlegt vor, hiess es unisono.

Oerlikon sei bei den Pulvern und Beschichtungen mit einer der führenden Hersteller. In der Fertigung liege der Anteil bei bis zu 15%. Das werde sich auch nicht gross ändern, weil viele Firmen mit eigenen Lösungen arbeiten würden. Wichtig sei es, in der gesamten Produktionskette vertreten zu sein, von der Entwicklung und Simulation über die Produktion bis zur Nachbehandlung. Das könnten nur wenige Unternehmen.

Für den Gesamtkonzern sei AM wichtig und biete grosse Wachstumschancen. Die Bereichen Manmade Fibers, Drives und Surface Solutions würden aber auch zukünftig klar überwiegen. Derzeit beträgt der Umsatzanteil von AM rund 10%.

VRP Süss, der im Aufsichtsgremium auch die Interessen des Grossaktionärs Viktor Vekselberg vertritt, betonte den Rückhalt für den eingeschlagenen Kurs. Vekselberg lasse das Management in einem hochprofessionellen Umfeld arbeiten.

yr/uh

(AWP)