Oerlikon steigert Umsatz und Gewinn deutlich - Guidance angehoben

(Meldung mit weiteren Details und Aussagen von CEO Roland Fischer ausgebaut) - Oerlikon hat im dritten Quartal 2017 vom starken wirtschaftlichen Umfeld profitiert und bei allen Kennzahlen zugelegt. Die Schätzungen von Analysten wurden durchwegs übertroffen. Alle drei Unternehmenssegmente wuchsen stark, bei Surface Solutions wurde das Betriebsergebnis von hohen Investitionen zurückgebunden. Die Guidance für das Gesamtjahr wurde angehoben.
31.10.2017 11:43

Der Umsatz wuchs gegenüber dem Vorjahresquartal um 32% auf 722 Mio und der Auftragseingang um 29% auf 739 Mio CHF. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA legte derweil um 38% auf 112 Mio, wobei sich die entsprechende Marge auf 15,5% nach 14,7% im Vorjahreszeitraum verbesserte. Beim EBIT betrug das Plus 70% auf 63 Mio. Mit diesem Zahlenset wurden die Erwartungen der Analysten auf allen Ebenen klar übertroffen.

Der Konzern profitierte vom guten Wirtschaftsumfeld. "Alle Segmente konnten von dem guten Umfeld profitieren und profitables Wachstum erzielen", betonte CEO Roland Fischer am Dienstag gegenüber AWP. Die weltweite Konjunktur habe im dritten Quartal ein Wachstum in den Bereichen Handel, Export und Produktion in allen Regionen verzeichnet. Dies habe sich in den meisten Endmärkten von Oerlikon geäussert, insbesondere in den Sektoren Automobil, Werkzeuge, Industrieproduktion, Filamentanlagen, Transport, Landwirtschaft und Bau.

SURFACE SOLUTIONS MIT WACHSTUM UND HOHEN INVESTITIONEN

Die Division Surface Solutions legte beim Umsatz um 11% zu, der EBITDA ging aber um 6,8% leicht zurück. Insbesondere im Automobilsektor, im Werkzeugbau und in der Industrieproduktion sei die Entwicklung positiv gewesen. Die Investitionen in den Aufbau der additiven Fertigung, die Gründung neuer Standorte sowie neue Anlagen und Dienstleistungen bei den Kunden seien im laufenden Jahr hoch gewesen, betonte Fischer. Das könne bei weiter starker Nachfrage auch im kommenden Jahr weiter so bleiben.

CHINA-NACHFRAGE TREIBT MANMADE FIBERS

Den stärksten Zuwachs verbuchte Manmade Fibers mit einem um 93% höheren Umsatz, der Betriebsgewinn (EBITDA) verbesserte sich dabei auf 22 Mio von 1 Mio CHF. Hier sei starke Nachfrage aus China der entscheidende Faktor gewesen, so der CEO. Aber auch die Marktsegmente Nonwoven oder Teppichgarne legten zu. Der wichtige Markt Türkei habe sich robust gezeigt und auch aus Indien kamen verstärkt Aufträge. "Hier sehen wir, dass sich das grosse Potenzial auch langsam in konkreten Aufträgen niederschlägt", so der CEO. Um die Aufträge erfüllen zu können, gehe der Kapazitätsaufbau bei Manmade weiter und auch die Zulieferkette werde verstärkt.

DRIVE SYSTEMS MIT ZWEISTELLIGER MARGE

Drive Systems wuchs beim Umsatz um 32% und verdoppelte den EBITDA auf 20 Mio. "Hier haben wir in den vergangenen Jahren die strukturellen Probleme beseitigt und den Turnaround geschafft", sagte Fischer. Mit Verbesserungen bei den Prozessen und der Qualität seinen Kunden zurückgewonnen worden und neue hinzugekommen. Neben Kostensenkungen sei auch immer in die Produktion und neue Produkte investiert worden. Das zahle sich jetzt aus, betonte der Oerlikon-Chef. Auch der Einstieg in Produkte für die E-Mobilität sei ein wichtiger Schritt für die Zukunft.

GUIDANCE ANGEHOBEN - KONZERNLEITUNG VERKLEINERT

Die Guidance für das laufende Jahr wird angehoben. Neu rechnet das Management mit einem Bestellungseingang in der Höhe von über 2,8 Mrd CHF und einem Umsatz von rund 2,75 Mrd sowie einer EBITDA-Marge auf Vorjahresniveau (2016: 14,3%). Zuvor lautete die Guidance auf einen Bestellungseingang und Umsatz von rund 2,6 Mrd CHF sowie einer EBITDA-Marge von rund 14%.

Zudem kommt es zu Veränderungen in der Konzernleitung. Helmut Rudigier, langjähriger Chief Technology Officer (CTO) von Surface Solution, übernimmt den Angaben zufolge die CTO-Rolle im Konzern und wird Mitglied der Geschäftsleitung.

Georg Stausberg, CEO Manmade Fibers, und Bernd Matthes, CEO Drive Systems, gehören der Geschäftsleitung dagegen nicht mehr an und werden künftig ihre Aufgaben im Managing Board erfüllen. Der Konzern will mit den Änderungen beweglicher werden und schneller agieren können, wie der CEO sagte. Die Divisionen seien auf der Ebene Managing Board weiter stark repräsentiert.

yr/uh

(AWP)