Oerlikon und GE Additive spannen im Bereich Additive Manufacturing zusammen

(Ergänzt um Schlusskurs) - Der Industriekonzern Oerlikon macht einen wichtigen Schritt im Wachstumsmarkt Additive Manufacturing (AM). Mit dem Industrieriesen GE wurde eine Partnerschaft vereinbart, bei dem der US-Konzern 3-D-Druck Produktionssysteme und Dienstleistungen einbringt und Oerlikon als Komponentenfertiger und Werkstofflieferant fungiert.
21.06.2017 17:45

Die beiden Gesellschaften hätten eine fünfjährige Vereinbarung mit dem Ziel unterzeichnet, gemeinsam die Industrialisierung im Bereich additive Fertigung - auch 3-D-Druck genannt -, voranzutreiben, teilte Oerlikon am Mittwoch mit.

Im Rahmen dieser Vereinbarung werden Oerlikon und GE Additive, eine Tochter des US-Konzerns GE, in diversen Bereichen kooperieren. Dabei werde GE zum "preferred" - sprich bevorzugtem - Anbieter von 3-D-Druck Produktionssystemen und Dienstleistungen für Oerlikon, während Oerlikon zu einem bevorzugten Komponentenfertiger und Werkstofflieferanten für GE Additive werde.

Ausserdem arbeiten Oerlikon und GE während der Zeitdauer der Partnerschaft im Bereich Forschung und Entwicklung von additiven Produktionssystemen und Materialien zusammen, wie es weiter heisst.

GE FÜHREND IM AM-BEREICH

GE ist nach den Akquisitionen von Concept Laser und Arcam AG gemäss Marktkommentaren seit mehreren Jahren führend im Bereich AM-Anwendungen und -Innovation. Oerlikon wiederum ist laut Eigeneinschätzung einer der AM-Marktführer und verfüge über Expertise u.a. im Bereich additive Produktion (Herstellung feiner Pulver). 2016 akquirierte Oerlikon das Unternehmen citim in Deutschland, um seine AM-Produktionskapazitäten in Europa und den USA auszubauen.

Zudem baut Oerlikon gegenwärtig ein Werk zur Herstellung von modernen Werkstoffen und additiven Materialien in Plymouth (USA), ein AM-Innovations- und -Fertigungscenter in Charlotte (USA), sowie ein Forschungs- und Innovationscenter in München. Wie bereits bekannt, erwartet Oerlikon ein starkes Wachstum im AM-Markt. Vor diesem Hintergrund will die Gesellschaft bis 2021 insgesamt 300 Mio CHF ins AM-Geschäft investieren.

OERLIKON AUF AUGENHÖHE MIT DEN GROSSEN

Zusammenarbeitsverträge respektive die darin enthaltenen Rahmenverträge sollten nicht überbewertet werden, merkt ZKB-Analyst Armin Rechberger an. Die gemeinsame Vereinbarung auf Augenhöhe unterstreiche aber die Kompetenz von Oerlikon betreffend der Herstellung von feinen Pulvern sowie dem Betreiben von Beschichtungszentren und deren Services.

Auch für Michael Foeth von der Bank Vontobel stellt die Zusammenarbeit mit GE ein eindeutiger Beleg für die solide Positionierung von Oerlikon im Bereich Additive Manufacturing (AM) und die breite Anerkennung derselben durch die Schwergewichte der Branchen dar. Darüber hinaus werde dadurch auch die Realisierbarkeit von Oerlikons Ambitionen in diesem Bereich erhöht, die bis 2021 auf einen Umsatz von rund 300 Mio CHF und eine EBITDA-Marge von über 20% abzielen würden, so Foeth weiter.

Der Aufbau des 3-D-Druck-Geschäfts von Oerlikon befinde sich zwar noch in einem frühen Stadium, könnte aber mittelfristig Aufwärtspotenzial für die Umsatz- und Gewinnerwartungen kreieren, da noch kaum etwas von diesen Wachstumsperspektiven im Kurs enthalten sei, ergänzt Reto Amstalden von Baader Helvea. Derzeit sieht der Experte aber noch keine Notwendigkeit, seine Prognosen anzupassen.

Am Aktienmarkt kam die Nachricht gut an. Die Aktien schlosse um 1,6% höher, während der am SPI gemessene Gesamtmarkt um 0,37% zurückfiel.

sig/cp

(AWP)