Offenbar etwa 3,6 Milliarden Euro an Einlagen bei Greensill Bank

Bei der in schwere Turbulenzen geratenen Bremer Greensill Bank AG stehen nach Information aus Finanzkreisen rund 3,6 Milliarden Euro an Einlagen im Feuer. Davon sind etwa 3,1 Milliarden Euro durch die gesetzliche Einlagensicherung sowie den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) gesichert. Das gilt vor allem für die Gelder von Privatkunden. Unter anderem für Kommunen sowie bestimmte Wertpapierfirmen gilt der Schutz seit 2017 nicht mehr.
05.03.2021 16:03

Bevor Anleger entschädigt werden, müsste die Finanzaufsicht Bafin die Insolvenz der Bank und Entschädigungsfall feststellen. Für diese Prüfung hat die Aufsicht bis zu sechs Wochen Zeit. Die Bafin hatte die Bremer Tochter des britisch-australischen Finanzkonglomerats Greensill in dieser Woche wegen drohender Überschuldung für den Kundenverkehr geschlossen. Bei einer Sonderprüfung sei festgestellt worden, dass das Institut nicht in der Lage sei, "den Nachweis über die Existenz von bilanzierten Forderungen zu erbringen, die sie von der GFG Alliance Group angekauft hat". Dem Vernehmen nach geht es um den Vorwurf der Bilanzfälschung.

Die Behörde betonte am Freitag, sie habe mit dem Bundesverband deutscher Banken und dem Prüfungsverband deutscher Banken (PdB) bei der Überprüfung der Greensill Bank eng zusammengearbeitet. Die Prüfung des PdB habe ein Konzentrationsrisiko bei der Bank gezeigt, nicht aber Indizien für Betrug oder andere strafbare Handlungen. Parallel zum Vorgehen des Prüfungsverbandes habe die Bafin im ersten Halbjahr 2020 eigene Untersuchungen angestellt, eine Sonderprüfung initiiert und eigene Massnahmen erlassen. Dabei handelte es sich den Angaben zufolge unter anderem ein Einlagenverbot, ein Kreditverbot und die Bestellung von Sonderbeauftragten./mar/DP/stw

(AWP)