Ölpreisanstieg verschafft Eni Luft - 2016 dennoch mit Milliardenverlust

Der Anstieg der Ölpreise zum Jahresende hat den italienischen Ölkonzern Eni 2016 nicht aus den roten Zahlen befördert. Im vierten Quartal erwirtschaftete Eni unter dem Strich zwar überraschend viel Gewinn. Im Gesamtjahr steckte der Konzern jedoch immer noch mit fast 1,5 Milliarden Euro in den roten Zahlen, wie er am Mittwoch in Rom mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte das Minus infolge der niedrigen Ölpreise sogar 8,8 Milliarden Euro betragen. Das Unternehmen hatte auf die Entwicklung mit einem Sparprogramm reagiert.
01.03.2017 08:51

"Die Ergebnisse für 2016 sind die Folge eines radikalen Veränderungsprozesses", sagte Eni-Chef Claudio Descalzi. Im Lauf des Tages will das Management seine Strategie für die Jahre 2017 bis 2020 vorlegen.

Im abgelaufenen Jahr musste Eni im fortgeführten Geschäft einen Umsatzeinbruch von 23 Prozent auf knapp 55,8 Milliarden Euro hinnehmen. Sonderbelastungen herausgerechnet, brach der operative Gewinn um fast 60 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro ein. Die Anteilseigner sollen eine Dividende von 80 Cent erhalten - genauso viel wie im Vorjahr. Da hatte der Konzern die Ausschüttung bereits gekürzt.

Im vierten Quartal lief das Geschäft dank eines Ölpreisanstiegs wieder besser. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen Umsatz und operativer Gewinn. Auch unter dem Strich verdiente das Unternehmen wieder Geld. Der Quartalsüberschuss lag bei 340 Millionen Euro. Bereinigt um Sonderposten lag das Ergebnis rund doppelt so hoch wie von Analysten erwartet. Eni hatte wie ExxonMobil , BP und alle anderen Unternehmen der Ölbranche schwer unter dem drastischen Preisverfall gelitten./stw/men/fbr

(AWP)