Onlineshopper sorgen bei Zalando für Wachstum - Ausblick enttäuscht

(Ausführliche Fassung) - Der Shoppingboom im Internet soll dem Onlinehändler Zalando auch im laufenden Jahr weiteres Wachstum bescheren. Der Umsatz dürfte um 20 bis 25 Prozent steigen, kündigte der MDax -Konzern am Mittwoch in Berlin an. Gleichzeitig soll die bereinigte operative Marge, die angibt, wie viel vom Umsatz als Ergebnis hängen bleibt, aber bestenfalls stabil bleiben. Zalando peilt hier 5 bis 6 Prozent an. 2016 wurden 5,9 Prozent erzielt. Grund für die Zurückhaltung sind die Investitionen in den Ausbau der Onlineplattform, in IT, Logistik und Kundenservice.
01.03.2017 12:02

An der Börse sorgte das für Enttäuschung. Die Aktie gab am Mittwoch zeitweise um fast 6 Prozent nach. Das Papier war in den letzten Wochen aber gut gelaufen. Seit dem Börsengang im Oktober 2014 steht noch immer ein Plus von mehr als 50 Prozent zu Buche.

Zalando sei im Bezug auf die Marge sehr vorsichtig, schrieb Analyst Peter Steiner vom Bankhaus Lampe in einer ersten Einschätzung. Es sei gut möglich, dass der Konzern den Ausblick später im Jahr noch anheben werde. Steiner selbst kalkuliert mit 6,6 Prozent Marge.

"Wir investieren, um schnell zu wachsen", sagte Zalando-Vorstand Rubin Ritter. Rund 200 Millionen Euro sind für 2017 eingeplant und damit mehr als im Vorjahr. Zalando baut sein Logistiknetz aus, um Kunden schneller beliefern zu können. Im Herbst soll ein neues Zentrum in Polen in Betrieb gehen, auch für Schweden gibt es Pläne. Der Konzern will in diesem Jahr zudem gut 2000 neue Stellen schaffen, die Hälfte davon in Berlin.

Auch Zalandos Wettbewerber expandieren fleissig. So liefert Internetschwergewicht Amazon seit geraumer Zeit auch Mode aus. Den Vorstoss des US-Riesen betrachte Zalando weiterhin gelassen. "Es gibt genug Platz für Wachstum", sagte Ritter. Amazon beunruhige ihn nicht.

Im vergangenen Jahr steigerte Zalando den Umsatz um 23 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) verdoppelte sich auf 216,3 Millionen Euro. Unter dem Strich standen 120,5 Millionen Euro und damit eine Million Euro weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der Kunden stieg um 11 Prozent auf rund 20 Millionen, zunehmend nutzen diese ihr Smartphone oder Tablet zum Bestellen.

Zukäufe stehen bei den Berlinern ebenfalls auf der Agenda. Anfang dieser Woche vereinbarte Zalando die Übernahme von Kickz, einem auf Streetwear und Basketball spezialisierten Einzelhändler mit Sitz in München. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Übernahme soll den Konzern im Bereich Sport- und Lifestyle weiter voranbringen./she/jha/

(AWP)